Tips für einen Roadtrip durch Europa!

Die letzten 30 Jahre bin ich oft mit dem Auto durch Europa gefahren. Für uns Dänen ist Deutschland das Transitland Nummer 1 in Europa auf unseren Weg in den sonnigen Süden. Ich bin schon von Kindesbeinen an unzählige Male durch Europa gefahren. Hier möchte ich gerne meine guten Ratschläge und Tips weiterzugeben, die ich über die Jahre gesammelt habe.

Wenn man, so wie ich, in einer Familie mit begrenzten ökonomischen Mitteln aufgewachsen ist, so ist man des öfteren mit dem Auto anstatt mit dem Flugzeug in den Urlaub gefahren. Seit meiner Kindheit ist es billiger geworden mit dem Flugzeug an sein Reiseziel zu gelangen. Es gibt allerdings einige gute Gründe, warum man trotzdem das Auto nehmen sollte.

Erstens sind mittlerweile die Sicherheitschecks und Wartezeiten am Flughafen so unendlich lang geworden, dass ich es persönlich vermeide zu fliegen. Wenn nur vier oder fünf Stunden Fahrt vor mir liegen, dann nehme ich lieber das Auto. Das kann billiger sein und ich kann laut meine Musik hören, mitgröllen und essen, wann ich will.

Zweitens hat es den schönen Nebeneffekt, dass man vor Ort ein Auto hat, somit entfallen die meist hohen Autoleihgebühren.

Genau dies war der ausschlaggebende Punkt, wenn wir als Familie die Vor- und Nachteile abwägen sollten. Besonders wenn die Reise nach Mittel- oder Südeuropa gehen sollte. Wenn man das richtige Auto hat, sollte man daher eine längere Fahrt durch Europa in Kauf nehmen.

Bevor man von der heimischen Garage losfährt, sollte man absolut sicher sein, dass das eigene Auto überhaupt die weite Fahrt auf sich nehmen kann. Es empfiehlt sich einige Zeit vor der Abreise bei der Werkstatt seines Vertrauens vorbeizufahren, um eine Abschätzung über den aktuellen Zustand zu erhalten. Es ist nicht lustig am Kasseler-Kreuz auf dem Sicherheitsstreifen mit einem defekten Auspuff, Kupplung oder platten Reifen zu stehen. So etwas geschieht natürlich immer außerhalb der normalen Service- oder Arbeitszeiten und dann kann man davon ausgehen, dass es ein teures Vergnügen wird.

Selbst wenn man im vornherein alles getan hat, um das Auto fahrtüchtig und sicher zu machen, sollte man sich auf dem Notfall, sprich im Falles eines Unfalls, vorbereiten, was zu tun ist. Man ist nicht das einzige Auto auf der Straße. Zudem kann man nicht davon ausgehen, dass alle so gut und rücksichtsvoll, wie man selber fährt und so können leider oft Unfälle passieren. Daher sollte man immer die Fahrzeugpapiere und Versicherungsunterlagen schnell zur Hand haben. Eine Reiseversicherung ist zu empfehlen und man sollte sie zusammen mit den anderen Unterlagen ebenfalls griffbereit haben. Am besten ist es man hat alle Dokumente gesammelt in einer Plastikhülle und mit dem Automanuell im Handschuhfach oder an einer anderen Stelle, die leicht zugänglich ist. Bei einem Unfall ist man unter Schock, Stress und eventuell Panik und dann ist es beruhigend, wenn man selber und seine Mitfahrer wissen, wo alle wichtigen Unterlagen liegen. In vielen Ländern ist es Pflicht eine Sicherheits/Pannenweste, Warndreieck und einen Erste Hilfe Kit im Auto zu haben. Immer im vornherein die Anforderungen des jeweiligen Landes checken!

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Wenn man mehrere Stunden unterwegs ist, ist es immer gut etwas zum Zeitvertreib dabei zu haben. Bücher, Spielkonsolen, iPad eigenen sich wunderbar dafür. Auch wenn man zu Hause die Regel hat, dass die Kinder nur maximal eine Stunde fernsehen dürfen, so sollte man sowas gerade bei langen Touren außeracht lassen. So viele Filme, wie möglich auf den iPad laden. Und sollte man eine DVD Anlage für die Rücksitze haben, dann sollte man eine breite und vielfältige Auswahl dabei haben. Darauf achten, dass iPods aufgeladen sind und jeder im Auto gute Kopfhörer hat, bis auf den Fahrer natürlich. So können sich alle mit ihrer Musik oder Hörbuch entspannen. Das klingt vielleicht sehr luxuriös, aber man entspannt am besten, wenn man etwas hört, was einem am besten gefällt. In unserer Familie herrscht die Regel, dass der Fahrer die Macht über die Musik hat und genau das könnte Probleme geben, wenn der Rest nicht so begeistert ist von der Musikwahl ist.

Kissen und Decken machen die Reise noch behaglicher. Ganz ehrlich gesagt, hat jeder eine andere Vorstellung, was behaglich bedeutet. Ich persönlich mag es zum Beispiel, wenn es kühler im Auto ist, dass hält mich wach. Meine Frau hat es dagegen gerne etwas wärmer. Als schlafender Mitfahrer merkt man nicht, dass man friert und dann hat man im Urlaub eine Erkältung und Halsschmerzen. Ein gutes Kissen und eine Decke, die bis zu den Fü.en reicht, kann das Risiko für so etwas minimieren.

Jedesmal wenn ich von einer Tour durch Europa zurückgekehrt bin, höre ich lustige Kommentare über die deutsche Autobahn, Stau, Baustellen und schlechtes lauwarmes Essen an Tankstellen sind die Hauptpunkte vieler Beschwerden. Stau und Baustellen kann kann nicht ausweichen, wenn man sich durch ein Land von 80 Millionen Einwohnern über viele tausende von Kilometern bewegt. Wir fahren normalerweise in der Nacht, so ca. 21:00 Uhr und kommen am nächsten Morgen an. So kann man Stau umgehen, natürlich Baustellen nicht. Der Verkehr ist allerdings überschaubar und man kann daher so schnell fahren, wie man will, es vorgegeben und das eigene Auto zulässt. Ich persönlich versuche ein konstantes, ruhiges Tempo und genügend Abstand zu halten, um schnell zum Stehen zu kommen. Vor allem wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin. Wenn sich die Müdigkeit melden sollte, hilft ein Kaffee oder einer der fantastischen Nescafé Shots, die man an allen Tankstellen kaufen kann. Die halten mich eine Stunde frisch und wach. Bekommt man zu viel Koffein, auch dafür habe ich einen guten Rat auf Lager. Erste Hilfe kann dann eine Prinzenrolle leisten oder im totalen Notfall tut es auch eine Packung Haribo Gummibärchen. Aber wie ich mich einmal an einer vergriffen hatte, bekam ich sofort Ärger mit Anton. Es ist am besten, wenn ich meine eigenen Zuckerreserven habe, wenn ich meinen Koffein Schock behandeln muss. Die Auswirkungen sind nicht lustig für mich oder für meine Umgebung. Es kann auch gefährlich sein, wenn es einem nicht gut geht!

Der dritte Grund für üble Kommentare, ist das Essen an den Raststätten. Seit meinen ersten Erfahrungen 1980 und 1990 ist glücklicherweise viel passiert. Die meisten Raststätten haben tatsächlich dazu gelernt und haben ihre Lebensmittelqualität und Kochkunst verbessert, um so die vielen Kunden die tagtäglich durchströmen zufrieden zu stellen. Man sieht nicht mehr so häufig Bratwurst, Sauerkraut oder die geschmacksneutralen Suppen oder dunkle verkochte Gerichte mit vielen Cocktailwürsten. Man kann jetzt guten Gewissens essen. Wie in Dänemark unterliegen die deutschen Autobahn Raststätten sehr strengen Qualitäts- und Hygienekontrollen, und wenn man nicht die Vorschriften einhält, dann wird der "Laden" schnell geschlossen. Es kann natürlich sein, dass der Koch mal einen schlechten Tag hatte, aber "lebensgefährlich" ist es nicht mehr. Ich kaufe mir am liebsten ein frisches Sandwich, dem man auch ansehen kann, dass es nicht alt ist. In manchen Teilen in Deutschland gibt es auch die Restaurantkette “Marche”. Eine der besten und man kann zusehen, wie das Essen zubereitet wird. Ein Sandwich wird erst bei Bestellung gemacht. Essen in guter Qualität und einen Pausenstop auf alle Fälle wert.

Jetzt könnte man einwenden, dass Essen unterwegs generell überteuert und unnötig ist. Wir essen auch erst unsere eigene Brotzeit, die wir zu Hause vorbereitet haben. Nach meiner Erfahrung meldet sich bei uns der Hunger sobald wir auf die Autobahn auffahren und dann ist das Essen auch nach einigen Stunden weg. Es kann viel Zeit bis zur nächsten Mahlzeit vergehen, wenn man nicht 30-40 € für Essen und Trinken für eine Familie einkalkuliert. Wenn man das gesamte Urlaubsbudget sieht, ist das eine Position, bei der man nicht sparen sollte.

Ich würde auch empfehlen nicht bei Übernachtungen unterwegs zu sparen. Man kann nicht von vornherein seine Tagesform einschätzen und es hängt von vielen Faktoren ab, wie lange man sich frisch und wach halten kann. Man kann sich auch mit dem Fahren abwechseln, wenn die Mitfahrer ebenfalls einen Führerschein besitzen. Aber wenn keiner besonders wach ist, hilf das nicht. Dann empfiehlt es sich in einen der vielen Hotels, Motels und Gasthöfe zu übernachten, die in einem Radius 10 km von der Autobahn entfernt zu finden sind. Ich tendiere eher zu den kleineren und gemütlicheren Gasthöfen in den kleineren Städten, um einen guten Nachtschlaf und ein gutes Essen zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Ich versuche Hotels und Motels zu umgehen. Zeitmässig wird so die Fahrt ein wenig länger, aber mit dem Vorteil, dass man sich am Urlaubsort nicht für Tage ausgelaugt fühlt. Da ist gleich die ganze Familie in besserer Urlaubsstimmung. Und mit ein wenig Planung wird auch dieser Teil der Reise ein spannendes Erlebnis! Die Anreise ist genauso ein Bestandteil des gesamten Urlaubs und sollte auch dementsprechend gut geplant sein: ein Roadtrip, wie man in so auch in Amerika kennt!!

Ein Tipp zu letzt: immer daran denken, die notwendigen Vignetten zu kaufen, damit man nachweisen kann, dass man alle notwendigen Maut- und Umweltgebühren bezahlt hat. Wenn man ohne erwischt wird, wird sofort in bar abkassiert. Man kann diese im vornherein kaufen, aber auch während der Fahrt ist das möglich. Man kann natürlich auch durch Österreich über die kleinen Landstraßen fahren, ohne Maut bezahlen zu müssen. Oder in Deutschland nicht in die Städte zu fahren, um der Umweltgebühr zu entgehen. Meiner Meinung allerdings ist das am falschen Ende gespart. Es liegt natürlich am eigenen Abwägen.

Gute und sichere Fahrt!

 

/Anders

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