Viele betrachten eine Weltreise als eine lange Urlaubsreise. Bei der Planung unserer Reise sind wir auch davon ausgegangen. Wir machen einfach einen langen, langen Urlaub. Natürlich sollte es ein Urlaub sein, der nicht zu topen ist. Aber je weiter wir mit der Planung voranschritten, desto mehr mussten wir unsere Meinung ändern, da wir erkannten, wieviel Vorbereitung solch eine Reise beansprucht. Viel mehr als eine ganz gewöhnliche Urlaubsreise.

Besonders wenn man mit Kindern reist, muss man wesentlich mehr berücksichtigen, als wenn man alleine oder mit Partner unterwegs ist. Hier kann man mehr zum Thema Reisen mit Kindern lesen. Durch Anton haben wir eine ganz andere Tour geplant und reisten auf eine andere Art. Alles sollte ein weniger langsamer vor sich gehen und die Reiseziele sollten auch für ihn Spaß machen.

Erstaunlich oft hörten wir die Frage, ob wir tatsächlich Anton mit dabei hatten. Was hätten wir sonst machen sollen!? Wir wollten auf dieser Reise auf eine bessere und qualtitativ hochwertigere Art und Weise als Familie zusammen sein, als es uns im normalen Alltag möglich gewesen wäre. Daher sollte Anton natürlich mit!

Wenn man zwei Wochen an den Gardasee, nach Phuket oder USA fährt, dann sind einige Dinge nicht so wichtig und schnell ist man mit der Vorbereitung fertig. In fünf Minuten ist das Flugticket gebucht, der Koffer aus dem Keller geholt und gepackt. Wenn man allerdings 12 Monate unterwegs sind, dann müssen mehrere Faktoren zusammenpassen. Wichtige Punkte für uns waren Versicherung, Ausrüstung, generelle Sicherheit, Visum, und Fortbewegungsmittel

Dann natürlich ging eine Menge Zeit in die Recherche, ob die Länder, die wir sehen wollten überhaupt kinderfreundlich und für Kinder im allgemeinen geeignet sind. Die ersten vier Wochen verbrachten wir in Thailand. Genauer gesagt in Bangkok und Phuket. Da kann man wirklich sagen, dass es ein langer Urlaub war. Thailand haben wir bewusst als erstes Reiseziel nach einem hektischen jahrelangen Alltag gewählt, um uns die Zeit zu geben herunterzukommen und uns selbst zu finden. Und vor allem uns an ein Leben auf Reisen zu gewöhnen. Thailand war perfekt dafür und wir haben unsere Zeit genossen und uns entspannt. Hier mehr lesen über unsere Zeit dort!

Mit unserer Landung in Brisbane, Australien begann unser Roadtrip entlang der Küste von Queensland in Richtung Cairns. Schnell fanden wir heraus, dass dies kein Urlaub ist. Natürlich waren wir unterwegs, um was zusammen zu erleben, und wir wollten auch nicht unseren neuen Alltag mit dem alten tauschen, aber wir hatten trotzdem die alltäglichen Routinen, wie einkaufen, Essen machen, spielen mit Anton usw. Darüber hinaus mussten wir uns jeden Tag an eine neue Umgebung anpassen, auf einen neuen Campingplatz übernachten und uns all den reiserelevanten Fragen stellen. Am Anfang waren wir der Überzeugung, dass wir so viel als möglich aus einem Tag herausholen sollten. Daher versuchten wir uns so gut wie möglich vorzubereiten und lasen fleißig in unseren Reiseführern. Wir ließen dies bald wieder, da wir uns nicht selber unter Druck setzen wollten, wieviele Kilometer wir pro Tag zurücklegen sollten, um alles das zu erleben, was wir uns vorgenommen hatten. Dadurch wurde uns die Spontanität genommen! Bald fanden wir eine Balance, die uns und unseren Vorstellungen passte. 

Wir waren uns im vornherein klar, dass es mit einem Kind auf längeren Reise auch feste Routinen und Regeln geben sollte. Zum Beispiel beim Essen, Bettzeiten und die dazugehörigen Routinen und nicht zuletzt das Frühstück, für das wir uns immer viel Zeit nahmen. Wenn man nur ein paar Wochen im Urlaub ist, dann geht man lockerer mit diesen Routinen um, und so soll es auch sein. Bei uns ist es genauso! Nach unserer Meinung besteht genau der großer Unterschied zwischen einen Urlaub und einer längeren Reise, an wievielen Alltagsroutinen man festhält. Ein Jahr ist eine lange Zeit für ein dreijähriges Kind und wie wir wieder in Europa waren, hat Anton viel von der Zeit vor der Reise vergessen. Er hat sich unglaublich entwickelt und aus einem Kleinkind ist ein richtig großer Junge mit Löchern in den Hosen und dreckigen Fingern geworden.

Auch wenn man ohne Kind länger reist, kann ich es nur empfehlen gewisse Alltagsroutinen beizubehalten. Es kann auf Dauer langweilig werden, wenn man jeden Tag in einem Lokal isst, Alkohol trinkt und bis in die Puppen schläft. Es kann natürlich auch Spaß machen, aber ich glaube nicht, dass der Körper es lange mitmacht und zudem wäre es auch eine Geldverschwendung. Vor allem wenn man durch verschiedene Zeitzonen reist, ist es wichtig, dass man versucht sich so schnell als möglich anzupassen, um das meiste aus einem Tag herauszuholen. Für uns waren unsere Alltagsroutinen eine große Hilfe.

Auch wir sind manchmal in die dumme Falle geraten und haben uns ungesund ernährt. Besonders in den USA war die Versuchung groß und das Essen nicht immer gut. Wir mussten uns zusammenreißen, damit wir nicht allzu sehr aus der Form gerieten und uns eine größere Kleidungsgrösse zulegen mussten. Wir haben es wirklich versucht uns gesund zu ernähren. Um zu reisen, sollte man schon einigermaßen in Form sein. Man legt einige Kilometer zu Fuß zurück, wandert durch die Natur oder taucht am Korallenriff. Alleine nur schon für einen 12 Stunden Non-Stopp Flug muss man eine gute Kondition haben, damit man danach nicht total fertig ist. Alexandra hatte eigentlich den Plan auf der Reise ihr Lauftraining fortzusetzen, aber es blieb nur bei einem Plan. Aber das war nicht so schlimm, da wir uns jeden Tag bewegten. Es ist wichtig in Bewegung zu bleiben und nicht nur alles aus dem Auto heraus zu erleben. 

Es muss auch gesagt werden, dass Reiseblogger sich meist auf die positiven Seiten des Reisens konzentrieren. Das sieht man als deren Hauptaufgabe an, da die meisten nichts von der etwas langweiligeren Seite des Reisens hören wollen. Bei uns gibt es selbstverständlicherweise auch Tage, an denen es nicht so spannend ist. Endlos lange Tage auf der Landstrasse. Anstehen in einer Schlange am Flughafen. Unfreundliches Personal bei Sicherheitskontrolle. Tage an denen sich Anton nicht besonders gut aufführt. Das gehört alles zu einem ganz normalen Leben, ob man nun reist oder nicht.

Also nein, eine Weltreise sind nicht nur Cocktails mit Schirmchen am Pool. Man muss sich ordentlich vorbereiten, sich in fremde Kulturen einfinden und an einigen festen “normalen” Routinen festhalten und sich an eine neue Umgebung anpassen. So war es auf jeden Fall für uns...

/Anders

 

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