Wir sind jetzt unterwegs mit unserem Besuch aus Dänemark. Meine Mutter wird uns für einige Wochen begleitet und aus "threeonthego" wird für Zeitlang "fouronthego". Sie kam einige Tage vor Weihnachten an und wird bei uns bis Anfang Januar bleiben. Wir haben schon einiges zusammen erlebt und mindestens genauso viele andere Abenteuer werden uns noch erwarten, bevor sie sich wieder auf den Heimweg nach Dänemark machen wird. Wir freuen uns alle drei, dass sie den langen Weg auf sich nahm, um mit uns zusammen zu sein. Weihnachten wurde gleich ein bisschen schöner! Anton ist glücklich, dass seine “Bedstemor” auf unserer Tour dabei ist und konnte es überhaupt nicht fassen, wie wir sie in ihrem Hotel am Flughafen abholten. Dort verbrachte sie die erste Nacht, um sich nach einer langen Flugreise so richtig ausschlafen zu können. 

Einer der wichtigsten Punkte auf der Liste der Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt sehen wollten, war die Golden Gate Bridge. 1933 war der Baubeginn und 1937 wurde sie eingeweiht und jetzt steht sie als gigantisches Monument über die San Francisco Bay. Ein wunderbares Zeugnis seiner Zeit und erinnert daran, dass obwohl in den 1930-igern eine Krise herrschte, doch so grosse Dinge errichtet worden sind. Man kann dem Bauwerk überhaupt nicht ansehen, dass es schon 80 Jahre auf den Buckel hat. Ein Team von nicht weniger als 50 Handwerkern, bestehend aus Schmieden und Malern, kümmern sich um die konstante Instandhaltung des Bauwerks. Wir fanden einige wenige Roststellen, aber wenn man das Alter in Betracht zieht, sind das wirklich nur Kleinigkeiten. 

Wenn man auf der Brücke steht, hat man eine fantastische Aussicht über die Bucht ganz bis in die Innenstadt San Franciscos. Man darf sich nur nicht von dem Lärm der vielen Autos ablenken lassen, die jeden Tag rund um die Uhr über die Brücke dröhnen. Die Golden Gate ist eine sechsspurige Autobahn mit einem Fuss- und Fahrradweg auf beiden Seiten. Tagtäglich wird von 105.000 Autos befahren, dass sind gut 38,5 Mio jährlich. Man spürt den Verkehr sehr deutlich, wenn man oben auf der Brücke steht. Das ist nichts für Menschen mit Höhenangst! Uns war das nicht unheimlich, aber wenn ein grosser, schwerer Lastwagen oder ein Bus vorbeifuhr, konnte man es an der schwankenden Konstruktion sehen und merken. 

Ein weiterer Höhepunkt in San Francisco war die Fahrt in den sogenannten "Cable Cars", das andere Wahrzeichen dieser Stadt. Eigentlich eine Art Strassenbahn, die anstatt mit Elektrizität mit unterirdischen Stahlkabeln angetrieben wird. Das ganze wird von einem genialen System von Motoren und Mechanik gesteuert, aber in der Bahn selber gibt es nur eine manuelle Bremse, die von einem Schaffner betätigt wird. Die Bahn ist teilweise offen und wir sassen alle auf der einen Seite draussen, seitwärts auf der Bank mit den Beinen in Richtung des Verkehrs. Keine Sicherheitsgurte oder -bügel, die einen sicheren Sitz gewährleisten konnten. Natürlich gibt es Stangen, an denen man sich festhalten kann, aber wenn man sich nicht anständig festhält, dann kann es zu einer spannenderen Fahrt werden, als man sich es vorgestellt hätte. Dazu muss man sagen, dass die Cable Cars nicht besonders schnell fahren, also besteht keine allzu grosse Gefahr. Auch Anton durfte mit uns auf der Bank sitzen. Aber wir hatten ihn immer festen im Griff. Wie wir so draussen auf unserer Bank sassen, bekamen wir den kalten Winterwind ab und merkten den dichten Verkehr um uns herum. Manchmal kam es mir so vor, als würden die Autos nur so an uns vorbeisausen. Es passieren schon Unfälle, aber weit weniger, als man eigentlich denken sollte. Wir begannen unsere Fahrt an der California Street und fuhren den gesamten Weg nach oben bis zur Endstation. Sowohl den Weg hinauf, als auch herunter konnten wir die Aussicht geniessen. San Francisco ist, wie so viele andere Städte, die wir besucht haben, im Gittermuster angelegt. Wir konnten über die ganze Stadt sehen und je weiter wir den Berg hinauf kamen, sogar fast über die ganze Bucht. Was für ein spannendes Erlebnis! Aber nicht ganz billig! Wenn man bedenkt, dass die Cable Cars eigentlich ein öffentliches Verkehrsmittel sind, so sind 6 Dollar pro Person PRO Weg (nur ein paar Kilometer) ziemlich gepfeffert. 12 Dollar für ein Retourticket für eine halbstündige Fahrt liegt wahrscheinlich gerade so an der Schmerzgrenze, die man verlangen kann. Dann wundert es mich nicht, wenn Einheimische auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen und die Cable Cars den Touristen vorbehalten bleiben. Man sollte es aber trotzdem mal erleben!

Weihnachten verbrachten wir im Silicon Valley. Unser ursprünglicher Plan war, dass wir im Zentrum von San Francisco wohnen sollten, aber die Preise waren einfach astronomisch für ein Hotelzimmer oder eine Wohnung mit einer kleinen Küche, dass wir wieder schnell von diesem Plan abkamen. Im Nachhinein hat sich aber herausgestellt, dass es die richtige Entscheidung war ausserhalb zu wohnen. Wenn man in der Innenstadt wohnen möchte, dann sollte man auch das vielfältige Angebot nutzen. Wir wollten nicht ins Theater oder in feine Restaurants gehen. Wir wollten einfach nur gemütlich zusammen sein und ein Dach über den Kopf haben, und das Ganze noch zu einem vernünftigen Preis. Das alles fanden wir in Sunnyvale. Es liegt 40 Minuten Fahrt südlich von San Francisco. Hier hatten wir zwei Suiten, eine in der meine Mutter für sich sein konnte und eine für uns. So konnten wir uns gegenseitig besuchen, wenn wir Lust dazu hatten. Es gab auch eine Küche in jeder Suite, wo wir die Möglichkeit hatten uns eine Kleinigkeit zum Essen zu zubereiten. Das übliche deftige Weihnachtsfestessen ersparten wir uns dieses Jahr. 

Am 24. Dezember wollten wir nicht selber Essen zubereiten, statt dessen gingen wir in ein schickes Restaurant. Dieses wurde uns von Thomas empfohlen, der hier wohnt. Ein richtiges amerikanisches “Steakhouse” im Stadtteil Mountain View und hier bekamen wir die besten Steaks, die wir seit langen gegessen hatten. Das war wirklich ein Höhepunkt und ein perfektes Weihnachtsessen. Zurück im Hotel feierten wir ein “dänisches/deutsches” Weihnachten. Wir stellten unseren kleinen mitreisenden Plastikweihnachtsbaum mit farbigen LED-Licht und kitschigen Weihnachtsschmuck auf, ohne das Anton es sah und legten die Geschenke darunter. Wir erklärten Anton, dass es seine Aufgaben sei, wenn wir nach dem Essen zurück ins Hotel kamen, dass er dann die Tür zu unserem Zimmer öffnen sollte, um zu überprüfen, ob das Licht am Weihnachtsbaum an ist. Wenn das Licht an sei, so war der Weihnachtsmann (das Christkind, es kam ganz darauf an, ob wir dänisch oder deutsch sprachen) bereits mit allen Geschenken für ihn da war. Anton hatte je näher Weihnachten rückte zunehmend mehr Schwierigkeiten seine Ungeduld zu zügeln und verstand nicht wirklich das “Weihnachtskonzept” und ihm wäre es am liebsten gewesen, dass seine Eltern alles sofort kaufen sollten, damit er nicht so lange auf den Weihnachtsmann warten musste. Wir wiederholten geduldig, dass der Weihnachtsmann schon bescheid wüsste, was Anton sich wünschte und es der Weihnachtsmann selbst bestimmte, ob Anton ein braver Junge gewesen ist und alles bekam, dass er sich wünschte. Wir erzählten ihm auch, dass der Weihnachtsmann auch zu beschäftigt sein könnte, um auf uns im Hotel zu warten und daher sollte Anton helfen die Geschenke an alle zu verteilen. Das war eine leichte Aufgabe, da im Grossen und Ganzen alle Geschenke für Anton waren. Es dauerte nur an die fünf Minuten bis das Papier von an Geschenken herunter gerissen war und er mit seinem neuen Spielzeug spielen konnte. Glücklicherweise ist so ein kleiner Bursche dankbar und es ist im auch gleichgültig, was alles kostet. Er bekam alles was zu seinem Universum aus  "Planes" also Flugzeuge und "Cars" also Autos gehörte und er war glücklich. Es ist ein Vorteil in USA  Weihnachten zu feiern, da das Spielzeug ca. ein Drittel kostet, was es in Neuseeland oder Australien kosten würde. Fantastisch! Mit Geschenken hielten wir uns zurück. Wir sind noch nicht am Ende unserer Reise und können nicht alles mitschleppen. Für ein Kleinkind ist es auch schon reichlich, wenn es nicht überhäuft wird, so lange etwas dabei ist, was es sich gewünscht hat. Anton war überwältigt und hatten einen grossartigen Abend. Aber das mit dem Weihnachtsmann und seiner Rolle und Einfluss, was unter dem Baum liegen sollte, bedarf noch ein bisschen Gewöhnung. Das war sein erstes Weihnachten, das er zum ersten Mal bewusst erlebt hatte, aber dieses Konzept hat er vollständig verstanden. 

Am ersten Weihnachtstag gegen Nachmittag brauchte Bedstemor ein bisschen Erholung, nachdem wir von eine Tour an der Half Moon Bay zurück kamen. Wir genossen den Strand  dort und beobachteten die Surfer, die ihren Weihnachtstag (der 25.Dezember ist DER Weihnachtstag hier) damit verbrachten auf den grossen Wellen zu reiten. Der Pazifik war schön anzusehen und wir spielten mit Antons neuen Flugzeugen bis sie voller Sand waren. Auch egal! Wir hatten so einen Spass!

Am Nachmittag waren wir bei einigen englischen Bekannten eingeladen, die wir über Alexandras Schwester, die in London wohnt, kennen. Besser gesagt zu Freunden von diesen und diese wohnen in San Rafael, eine Vorstadt nördlich von San Francisco. Wir waren eine Gruppe von zehn Erwachsenen und acht Kinder, die zu einem gemütlichen  Weihnachtsessen zusammen gekommen sind. Die meisten davon waren Engländer, die hierher gezogen sind. Und dann natürlich wir! Es war ein super Nachmittag und Abend mit wirklich leckeren Essen. Und ich, der niemals den Mut hatte einen richtigen englischen "Christmas Pudding" zu probieren, da ich des öfteren gehört hatte, dass dieser einfach fürchterlich schmecken sollte, war sehr positiv überrascht. Es schmeckte viel besser, als erwartet. Es half natürlich, dass die Köchin sehr grosszügig mit dem Cognac umgegangen ist. Es war ganz offensichtlich, dass viele Gedanken und Überlegungen in alle Gerichte eingeflossen sind, plus der Tischdekoration und einfach der gesamten Dekoration des Hauses. Es war ein grossartiger Tag für uns alle drei. Anton konnte mit vielen Kindern spielen, obwohl er der jüngste war. Alle kümmerten sich rührend um ihn. Nur ein Unglück an diesem Tag geschah, als wir nur einige Sekunden unaufmerksam waren und Anton beim Pool im Garten stand. Er liebt das Wasser, aber hat es auch gelernt es zu respektierten. Er wusste sehr wohl, dass er nicht in das Pool hüpfen durfte. Aber es war eine Abdeckung darüber. Neugierig wie Anton nun einmal ist, war das eine grosse Versuchung. Alexandra konnte gerade noch ihm zurufen, dass er vom Beckenrand weg gehen sollte, da trat er schon auf die Plane. Dann stand er bis zum Bauch im Wasser. Es waren nur fünf Sekunden, nicht genug Zeit um überhaupt Angst zu bekommen. Er wurde sofort herausgehoben und die Kleider ihm ausgezogen. Abgetrocknet und trockene Kleidung angezogen. Und er konnte wieder weiterspielen. Gut, dass der Winter in San Francisco nicht dem dänischen oder deutschen ähnelt. Dann hätte es ein bisschen anderes ausgesehen! Den Rest des Tages rannten die Kinder im Garten und auch um das Pool herum. Anton fischte einige Male mit jetzt grosser Vorsicht einen Ball aus dem Wasser, ohne in die Versuchung zu kommen, nochmals auf die Abdeckung zu treten. Er hatte seine Lektion gelernt!

Ein grosses Dankeschön an Andrew und Kate für die Einladung. Jo und Mike, dass sie an uns gedacht haben. Denny, Kim und Richard, plus alle Kinder, die diesen Tag für uns zu etwas besonderen gemacht haben! Wir hoffen, dass wir uns wiedersehen werden, hier oder in Europa.

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/Anders

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