Nach einigen wirklich super Tagen in Waitaki Waters und Oamaru fuhren wir weiter in nördliche Richtung und kamen in einer kleiner Stadt namens Hanmer Springs an. Es war eigentlich überhaupt nicht unser Plan an diesem Tag so viele Kilometer zurückzulegen. Aber wie wir dann so schön auf der Strasse unterwegs waren, lief es einfach gut und schnell. Innerhalb von wenigen Stunden hatten wir einige hunderte Kilometer hinter uns gebracht. 

Hanmer Springs, deren grosser Anziehungspunkt die warmen Quellen sind. Also nochmals “Hot Pools” für uns. Verglichen mit anderen Stellen, die wir davor schon gesehen und besucht haben, ist es dort vergleichsweise teuer. Wir kauften uns einen zwei Tagespass, um so ein bisschen Geld sparen zu können, aber es war nicht wirklich viel.

An manchen Orten ist es ein ausgesprochenes Vergnügen in die “Hot Pools” zu gehen und hier war es in gewisser Weise auch so. Bis auf die Umkleiden, die haben schon bessere Tage gesehen und entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen der Besucher. Sie erinnerten mich ein bisschen an die Umkleiden in meiner alten Schule oder Schwimmbädern. So besonders einladend waren sie auch nicht und es erleichterte die Sache nicht, dass es in Hanmer Springs kalt war. Die Türen und Fenster konnten nicht wirklich geschlossen werden und man musste sich in einem zugigen Raum umziehen und duschen und somit fehlt es schwer zu verstehen, dass dieses Erlebnis als exklusiv verkauft und angepriesen wird. Die Umkleiden lagen auch ein ziemlich Stück vom Pool entfernt und man musste sich schon sehr schicken um keine Lungenentzündung unterwegs zu bekommen, bevor man sich in den 38 - 39 Grad warmen Becken entspannen konnte. Wie dem auch sein, Anton ist ein grosser Fan der Hot Pools geworden, obwohl es mit Gänsehaut vor und nach der herrlichen Wärme verbunden ist. 

Wir blieben in Hanmer Springs zwei Tage und dann ging die Reise über den Lewis Pass zurück an die Westküste, wo wir schon vor einigen Wochen waren. Aber dort war das Wetter nicht allzu gut und wir hörten auch, dass es noch schlimmer werden sollte als beim letzten Mal. Da hatte es ununterbrochen mehrere Tage geregnet und auf das hatten wir ehrlich gesagt keine Lust mehr. Also fuhren wir ein bisschen in das Landesinnere und über den Arthur Pass und zurück an die Ostküste. Dort, wo die Sonne schien. Kein strahlend blauer Himmel, aber immerhin liess sich die Sonne sehen! Zwei Bergpässe an einem Tag - wow, nicht schlecht!

Besonders der Arthur Pass, von dem viele sagen, dass es einer der Höhepunkte Neuseelands ist, sollte man unbedingt sehen. Bei der Überquerung des Passes fährt man durch ein wunderschönes Tal und anschliessend stundenlang durch eine Umgebung, die aussieht, als wäre sie von einem Gletscher geschaffen worden. Dort sahen wir rauschende Flüsse, kleine Wasserfälle und steile Berghänge. Berghänge, die noch immer schneebedeckte Spitzen hatte. Ich kann gut verstehen, dass sich auch diese Umgebung wunderbar dazu eignet, um dort einen Film zu drehen. Wir alle drei genossen diese Fahrt und die Natur um uns herum sehr und sie gehört bestimmt zu einer der schönsten, die wir bisher gesehen haben!

Es wurde so richtig spät bis wir endlich einen Campingplatz fanden. An einem kleinen Fleckchen namens Glentanner. Der Platz an sich war absolut nichts besonderes, wir wurden allerdings sehr freundlich begrüsst und es sollte auch nur für eine Nacht sein. Am nächsten Tag wollten wir zum Mount Hutt weiter. Ein anscheinend gutes Skigebiet in Neuseeland. Natürlich ist die Skisaison schon zu Ende, aber man kann trotzdem hoch auf dem Berg fahren. Die Schotterstrasse auf den Berg hinauf war sehr schmal und nicht wirklich an den Abgründen gesichert. Ich kam mehrere Male sehr nahe an den Abgrund heran und Alexandra war sehr still und rückte näher Anton heran, der in der Mitte zwischen uns beiden sitzt. Ich überlegte mehrmals, ob ich umdrehen sollte, aber dazu gab es keine Möglichkeit. Wir waren so weit gekommen, da wollten wir nicht kurz vor dem Ziel aufgeben. Ganz vorsichtig nahmen wir jede enge Kurve und endlich oben bei den Skiliften angekommen, konnten wir auf einem grossen Parkplatz unseren Campervan abstellen. Es lag noch immer reichlich Schnee und es blies ein eiskalter Wind. Lange hielten wir die Kälte dort oben nicht aus, aber Anton konnte im Schnee herumtollen und Schneebälle nach uns werfen. 

Auf dem Rückweg vom Mount Hutt unterhielten wir uns, wie und wo wir die restliche Zeit in Neuseeland verbringen wollten. Im Grossen und Ganzen haben wir das gesehen, was wir uns vorgenommen haben. Es bleibt nur noch Christchurch, Kaikoura und Akaroa, welches ausserhalb von Christchurch liegt, bevor wir wieder einen langen Flug vor uns haben.  Nach unserer Berechnung brauchen wir für unsere letzten Ziele eine Woche. Da wir ausreichend Zeit in Christchurch haben werden, nachdem wir unseren Campervan abliefern, beschlossen wir, dass wir erst so um den 28. Oktober in dieser Gegend sein werden. Plötzlich hatten wir eine extra Woche “übrig”! Zeit für die “Greatest Hits South Island” oder so. 

Also zurück nach Oamaru, wo es uns schon so gut beim letzten Mal gefallen hat. Danach wollen wir gerne wieder nach Wanaka und Queenstown in die schöne Bergumgebung der Otago Region. Hier wollen wir auch Alexandras Geburtstag nächste Woche feiern. Wir sind jetzt schon über sechs Monate unterwegs und uns ist klar geworden, dass wir ab und zu eine kleine Pause von all den neuen Eindrücken brauchen. Ich will nicht damit sagen, dass wir bereits übersättig sind. Wir wollen schon gerne weiterhin neue Sachen entdecken, aber jetzt brauchen wir eine kurze Auszeit, um alles zu verdauen. Wanaka und Queenstown sind genau die richtigen Orte dafür, um einen Gang herunter zu schalten und einfach nur so in den Tag hineinzuleben und keine bestimmte Ziele zu haben. Nur für eine kurze Periode, bevor wir uns langsam an Christchurch annähern werden.

Wir haben auch schon ein bisschen detaillierter den ersten Teil unsere Reise durch die USA geplant. Das Auto ist bestellt und wir müssen noch herausfinden, welche Route wir entlang der Westküste nehmen. Von Seattle aus wollen wir auch gerne über die Grenze nach Kanada. Vancouver liegt nur einige Stunden von Seattle entfernt. Viele haben uns schon gesagt, dass es dort sehr schön sein soll. Wir MÜSSEN also dorthin!

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/Anders

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