Nach 52 Wochen auf Reisen rund um die Welt kommt unsere Tour zum Ende. Es war eine unglaubliche Reise! Es gab viele positive und einige negative Erlebnisse! Es gab ruhige Abschnitte und viele spannende Abenteuer unterwegs!

Wir sind uns einig, dass wir die Reise optimal zusammen gestellt haben. Wir sind durch Länder gereist, in den keine Gefahr mit minderjährigen Kindern besteht. Wir haben uns lang genug an den meisten Orten aufgehalten, damit wir einen tieferen und besseren Einblick in den Alltag der ansässigen Menschen bekamen und wir konnten tolle Menschen besuchen und mit ihnen Qualitätszeit verbringen. 

Die Reise hat uns noch mehr als Familiezusammengeschweisst. Wir haben herausgefunden, dass wir 24 Stunden täglich zusammen sein können, ohne uns komplett den Kopf abzureissen. Das ist an sich schon ein grosse Leistung! Natürlich gab es auch Unstimmigkeiten, aber im allgemeinen war die Stimmung positiv und wir waren guter Laune. 

Anton hat sich von einem kleinem Kind zu einem selbständigen kleinen Jungen entwickelt mit einem grossen Appetit auf das Leben und seine Umgebung. Wir gehen davon aus, dass es ihm gut tun wird, dass er nach Hause kommt und einen Haufen neue Spielfreunde finden wird. Wir können merken, dass er sich in vielen Dingen gut entwickelt hat und viele Sachen ins Verhältnis setzen kann. Ich kann es nicht einschätzen, ob er in seiner Entwicklung anderen Vierjährigen voraus ist, aber auf alle Fälle nicht hinter her. Für ihn waren es 52 Wochen Schule mit dem Pensum “Leben” und “Welt” als Inhalt.  

Jetzt machen wir uns Gedanken um unsere Heimreise und wie wir unseren Alltag organisieren. Von was wollen wir leben? Wie werden wir das nächste Mal reisen? Wann sollen wir wieder auf Reisen gehen?

Wir haben herausgefunden, dass es einfach fantastisch ist zu reisen. Aber um so richtig schätzen zu können, was man alles so draussen in der grossen weiten Welt erlebt, brauchen wir eine Form von “Kontrast” um alle neuen Eindrücke verarbeiten zu können. Wir brauchen unsere vertraute Umgebung. Wir brauchen ein zu Hause. Einen Ort, der unser ist und wo wir uns zurückziehen und reflektieren können. Anton, der das letze Jahr mit einer Unmenge von Kindern gespielt hat, braucht einen Ort, den er sein eigen nennen kann, wo sein Spielzeug ist und er sich nichts leihen muss oder sich nicht auf “fremden Boden” befindet. Wir freuen uns darauf sein Zimmer so einzurichten, dass es ein gemütlicher und schöner Rückzugsort wird. 

Ohne Zweifel wird es eine riesige Veränderung für uns alle werden. Plötzliche werden wir uns länger an einem Ort aufhalten, ohne dass wir eine Weiterreise planen, ein Auto reservieren, Flugtickets oder Hotelzimmer buchen müssen. Wir müssen uns nur um unseren Alltag kümmern. Und hoffentlich den Frühling geniessen können! Aber ich bin der erste der einräumt, dass es mit einer Mischung von Schmetterlingen im Bauch und Nervosität sein wird, wenn wir übermorgen in unseren letzten Flieger für dieses Mal steigen werden!

Wir müssen natürlich auch die richtige Balance zwischen Job und Familienleben finden. Die ganze Tour war eine Investition in uns drei als Familie. Wir haben kein Interesse daran, dass Anton in den Kindergarten für acht Stunden soll, während wir Erwachsenen uns täglich mit tausende Emails, Meetings und mürrischen Chefs rumschlagen. Das kennen wir! Wir werden versuchen ein Gleichgewicht in unseren Alltag zu finden, in dem unsere Chemie und Harmonie nicht verloren geht. Darauf basiert unsere Beziehung und diese haben wir im Laufe dieser Reise immer weiter verfeinert. Das war der eigentliche Grund unserer Reise und wenn uns das nicht gelingt, dann war es nur ein teures Vergnügen!

Natürlich war die Reise nicht gerade billig, aber wenn wir im Gedächtnis behalten, was wir alles gelernt haben und in unserem Rucksack mit nach Hause nehmen, so war es das Geld wert - für den Rest unseres Lebens!

Wir wollen nochmals los! Irgendwann! Vorläufig wird es bei Zielen in Europa bleiben. Die Lust weit weg zu reisen ist immer noch vorhanden, aber ich vermisse z.B. die österreichischen Alpen, die Täler von Süd Tirol und die Dörfer in der Toskana. Alexandra will gerne eine “Finca” in Spanien leihen und dort einen oder zwei verbringen. Wir spielen mit dem Gedanken “Housesitter” an unterschiedlichen Teilen der Welt zu werden. Das ist eine Möglichkeit immer noch zu reisen, aber wesentlich billiger und noch ein wenig langsamer. Wir haben es manchmal vermisst länger an einem Ort zu bleiben. Natürlich hatten wir auch längere Aufenthalte bei Familie und Freunden. Das waren wunderbare Erlebnisse, aber es ist anders, wenn nur wir drei unser eigenes kleines Heim haben. In der nächsten Zeit werden unsere Reisen kürzer, aber nichtsdestotrotz spannend!

Dann müssen wir natürlich auch ein bisschen sparen. 

Ein Freund sagte vor einiger Zeit, dass wir uns bewusst sein sollten, dass wir niemals eine “normale” Familie mit Reihenhaus, Auto und jährlichen Pauschalurlaub werden. Nein, das wird wohl nicht passieren. Wir werden wahrscheinlich immer erst überlegen, wohin wir mit dem verdienten Geld reisen können. Anstatt in Stein und Mörtel zu investieren, werden wir es in Erlebnisse stecken. Diese Art von Erlebnissen, an die man sich erinnert und sich glücklich schätzen kann, sie gemacht zu haben. Diese Art von Erlebnissen, die uns glücklich und zu positiven Menschen machen. Diese Art von Erlebnissen, die uns merken lassen, dass wir leben!

/Anders

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