Nach drei herrlichen Wochen auf Phuket sind wir am Mittwochnachmittag in unserem Hotel in Bangkok angekommen. Es liegt am Chao Phraya, einem verkehrsreichen Fluss, der zudem auch noch der wichtigste Fluss Thailands ist und quer durch Bangkok fliesst. Wir haben von unserem Zimmer Ausblick auf dem Fluss und bisschen erinnert es mich an den Canale Grande in Venedig und der ist nicht weniger befahren. Wasser-Busse, Wassertaxis, Frachtschiffe und kleinere Kreuzfahrtschiffe, für besondere Veranstaltungen oder Abendessen, fahren den ganzen Tag den Fluss auf und ab. Es ist ein faszinierender Anblick und man spürt den Puls der Großstadt.

Die Zeit auf Phuket verflog einfach nur so und wir haben es gar nicht geschafft alles zu sehen, was wir uns eigentlich vorgenommen haben. Anderseits müssen wir wohl das Bedürfnis gehabt haben alles etwas ruhiger anzugehen. Der eine Tag ging in den anderen über und wir sind einfach durch Kata Point geschlendert. Die nächste “Stadt”, diese lag nur zwei Minuten weg von unserem Hotel. Aber irgendwie sind alle kleine Städte an der Küste zusammen gewachsen. Oder wir sind  einfach zum Karon Strand einfach über die Strasse gegangen oder dann an den Kata Strand. Dieser war nur zehn Minuten weg von unserer Unterkunft und die letzte Zeit war auch dies unser Lieblingsstrand, da er nicht ganz so überlaufen und deshalb viel ruhiger war. Wir haben viele Vormittage und Nachmittage im Sand oder in den Wellen verbracht, aber keiner von uns hielt es dort den ganzen Tag aus. Immer nur ein paar Stunden, und dann wollten wir was anderes machen. Da kam uns der Hotelpool ganz gelegen und wir haben dort stundenlang zu Antons grosser Freude geplanscht. 

Eine Sache haben wir allerdings geschafft: Eine Tour nach Phuket Stadt, die Hauptstadt. Hier wohnen 60.000 Menschen und die Stadt wirkt meiner Ansicht nach grösser als sie ist. Das kommt wahrscheinlich daher, dass egal zu welcher Jahreszeit, eine Unmenge von Touristen unterwegs sind. Es ist hektisch und an jeder Strassenecke wird gehandelt. Wir haben ganz entspannt den lokalen Bus von Karon Beach  für 35 Baht pro Kopf genommen und sind überhaupt nicht auf die vielen Angebote der Taxifahrer eingegangen, die uns nur für 500 Baht zu den besten Shopping Centern fahren wollten. Es war viel abenteuerlicher Seite an Seite im Bus mit den lokalen Leute und den anderen verrückten Touristen zu sitzen und einfach die Eindrücke der Fahrt aufzusaugen. Je mehr wir uns der Hauptstadt näherten desto mehr nahm der Lärm und die Hektik zu. An der Endstation stiegen wir aus und machten uns langsam auf den Weg gen Hafen. Natürlich wollten uns viele unterwegs eine Fahrt im Tuk-Tuk zu den besten Geschäften und Centern anbieten. Wir schlugen alle diese Angebote aus und sie konnten nicht verstehen, dass wir einfach alleine langsam durch die Stadt schlendern wollten und das Leben in den Strassen aufnehmen wollten. Anscheinend wollen “normale” Touristen direkt zum Einkaufen und anschliessend so schnell als möglich zurück zum Strand. 

Wir spazierten also langsam dahin und haben eine Menge gesehen. Nicht die grossen Sehenswürdigkeiten, über die wir im Reiseführer gelesen haben. Wir wollten einfach nur das Alltagsleben in einer kleinen Stadt in Thailand mitbekommen. Ein Laden nach dem anderen boten bis in die Unendlichkeit Kopiewaren an. Wir haben diesem Angebot keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Jedes Mal wenn wir doch Interesse gezeigt haben, sind wir nicht mehr weg gekommen. Stattdessen waren wir in einem wirklich lokalen Laden, in dem sie Kleidung und Schuhe an Thai Familien verkauften. Dort erworben wir Strandschuhe für Anton. Die Verkäuferin konnte nicht mal Englisch. Es ist uns trotzdem gelungen den Preis von 140 Baht herauszufinden, und zu bezahlen. Da ging kein Handeln um den Preis, es war aber auch billig genug!

Zufälligerweise fanden wir auch noch ein super gemütliches Café, wie man es sich nicht besser wünschen könnte. Überhaupt nicht thailändisch inspiriert, eher in die Richtung englische Romantik. Das war uns aber auch egal! Es lag in einer ruhigen Seitenstrasse und zu anfangs waren wir die einzigen Gäste. Wir genossen den leckereren Kuchen mit Cola und Kaffee im Kühlen und machten Pläne für den weiteren Tag. Nach einiger Zeit wurde das Café voller, ein paar Thai Mädchen wollten auch ihren Kaffee hier geniessen.  

Und weiter ging die Tour gen Hafen. Die Nachmittagssonne war unerträglich, die Temperatur nährte sich 40 Grad im Schatten und Anton schlief glücklicherweise in seinem Kinderwagen ein. Um ihn so lange wie möglich schlafen zu lassen, setzen wir uns auf eine Bank mit Aussicht auf das Wasser und die Boote, die an uns vorbei segelten. Am Hafen von Phuket kann man wirklich den Unterschied zwischen Ebbe und Flut sehen, viele der Fischerboote lagen einfach so am Grund. Was für eine faszinierende Aussicht. Auf unseren Rückweg zum Busstop kamen wir zufälligerweise an einem lokalen Markt vorbei, wir konnten zwar nicht die Schilder lesen, aber trotzdem erkennen, was zum Verkauf angeboten worden ist. Oder zu mindestens konnten wir es erahnen. Manchmal war es ein bisschen schwierig auszumachen, was für Delikatessen sich in dem Gericht befinden. Die Preise waren verhandelbar, je nachdem man Einheimischer oder Tourist war. Wir waren die einzigen Ausländer und bezahlten den sehr günstigen Preis, obwohl wir bestimmt mehr bezahlten haben als die Thais selber. Alexandra wollte unbedingt gegrillte Tintenfische mit Chilisosse probieren. Weder Anton noch ich hatten grosse Lust es ihr nachzutun, aber es soll anscheinend gut geschmeckt haben. Der Abschluss unserer Tour war wieder die Busfahrt zurück zu unserem Hotel am Karon Beach. Ein herrlicher Tag mit einer Vielzahl von Eindrücken und Erlebnissen. 

An Antons Geburtstag am 25. April wollten wir natürlich was Spannendes mit ihm machen. Er ist schliesslich drei Jahre alt geworden. Wo ist nur die Zeit geblieben, seit er auf die Welt gekommen ist? Es war auch der erste Geburtstag, an dem er so ein bisschen anfing die Bedeutung zu verstehen. In Thailand haben wir es aufgegeben Spielzeug zu kaufen, da es nach kürzester Zeit auseinander fällt. Bei unserer Ankunft in Phuket gaben wir seinem grössten Wunsch nach Woody und Buzz Lightyear von ToyStory zu kaufen. Das kostete 400 Baht, also bisschen über 10 Euro. Es hielt genau 12 Minuten nachdem es ausgepackt wurde. Damit war die Entscheidung getroffen, dass wir kein Spielzeug mehr in Thailand kaufen. Es gibt nur Kopieware und das hält einfach nicht. Daher bekam Anton als Geburtstagsgeschenk einen Bootsausflug zu drei verschiedenen Inseln, wo man Schnorcheln und Baden an schönen Sandstränden konnte. Natürlich war dieser Ausflug für den Massentourismus massgeschneidert, d.h. überall wohin wir kamen, waren bereits tausende von Badegästen und mit dem Boot, mit dem wir unterwegs waren, war bis auf den letzten Platz voll. Alles drehte sich ja nur darum Anton einen tollen Ausflug bieten und den bekam er auch. Ich habe nicht gedacht, dass er den Mut haben würde mit Taucherbrille zu schnorcheln. Aber das hatte er, obwohl er überhaupt noch nicht schwimmen kann. Natürlich mit Hilfe von Mama und Papa. 

Da wir nur noch einige Tage haben, bevor es weiter nach Bangkok geht, haben wir scharf überlegt, ob wir es noch schaffen den grossen Buddha zu sehen und auf Elefanten durch den Dschungel zu reiten. Bestimmt sind das auch unglaubliche Erlebnisse, aber irgendwie war das nicht wichtig für uns. Der gemütliche Alltag als Familie war wesentlich wichtiger, und so blieb es nur bei dem Gedanken. Aber dafür schaffte es Alexandra tatsächlich einen Thai Kochkurs zu machen (und sie hat Pläne dies auch in Bangkok zu tun!) und ich habe regelmässig meine Füsse massieren lassen. 300 Baht (knapp 8 Euro) für eine Stunde Verwöhnen, da kann man doch schlecht nein sagen.

Aber nach drei Wochen, sind wir nun wirklich bereit für neue Abenteuer.  Bangkok ist wohl eine der überwältigenden Städte, die ich jemals gesehen habe und es kann auch schnell zu viel werden. Wenn man sich nicht die Zeit nimmt seine Ausflüge ordentlich zu planen. Wir werden weiterhin versuchen alles mit Ruhe zu machen und uns nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. 

Heute ging unsere Tour nach China Town. Wir gingen runter zur Fähre am Fluss und wir wären beinahe in eine klassische Touristenfalle gefallen: Eine überteuerte einstündige Hafenrundfahrt zu 500 Baht pro Person. Nach bald einem Monat in Thailand ist alles über 200 Baht extrem teuer für uns. Daher lehnten wir ab, zur grossen Verwunderung des Mädchen, die uns die Tickets verkaufen wollte. Stattdessen nahmen wir einfach die Fähre auf die andere Seite des Flusses, wo wir uns ein Ticket für 40 Baht pro Kopf (Anton war kostenlos) für eine weitere Fahrt längs der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kauften. Ein Touristenboot mit  Erklärungen im gebrochenen Englisch über raschelnde Lautsprecher. An der letzten Haltestelle stiegen wir aus und überlegten, wo wir jetzt was zu Essen herbekommen könnten. Da wir uns dafür auf der “verkehrten” Flußseite befanden, nahmen wir einfach ein weiteres Boot. Diesmal den ganz normalen lokalen Wasserbus, der uns nur 15 Baht pro Person kostete, Anton wieder kostenlos, und uns zurück zur Haltestelle zu China Town brachte. 

Bangkok ist eine sehr intensive Stadt mit unzähligen Eindrücken, egal wohin man sieht. Das Auge kommt nie zur Ruhe! Diese Intensität konnten wir verstärkt in China Town erleben. Stände und kleine Läden standen noch enger zusammen und Essen, Kleidung und Kitsch stand überall herum und erschwerte sehr das Fortkommen unter dem Vordach. Wir kamen nicht mehr aus dem Schauen heraus und versuchte alle Eindrücke aufzunehmen. Je weiter wir vorankamen, desto “anspruchsvoller” wurde das Essensangebot. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob ich mich trauen würde alles zu probieren, manches war wirklich eine Spezialität. Insekten, Schlangen, und Geflügelteile, Schweine und vieles mehr, was man normalerweise in europäischen Supermärkten nicht kaufen kann. Es war sehr interessant alles zu sehen!

Anton war ein bisschen neben der Spur und so eine Tour ist nicht wirklich was, wenn man nicht 100% “fit for fight” ist. Wieder eine kleine Erinnerung, dass kleine Kinder absolut nicht alles können, auch nicht sollen, wie Erwachsene. Daher nahmen wir nach ein paar Stunden ein Taxi zurück zum Hotel.  Hier entkamen wir am Pool der grössten Nachmittagshitze und Anton konnte baden. Am Nachmittag war er wieder in Topform. 

Wir haben noch einige spannende Tage hier in Bangkok bevor uns unsere Reise nach Brisbane, Australien führt. Wir wollen gerne noch Temple, Paläste und Monumente sehen, aber zu keinem festgelegten Zeitplan. Wir nehmen es so, wie es kommt, und wenn wir nicht alles schaffen, dann ist das auch absolut in Ordnung. In Australien haben wir vier Tage in Brisbane bevor es nach Norden Richtung Cairns geht. Wir fahren mit einer Art Wohnwagen entlang der Küste und wollen natürlich das berühmte Great Barrier Reef sehen. Dort wollen wir Schnorcheln, Sandschlösser bauen und an den schönsten Strände, die man sich vorstellen kann, einfach nur abhängen. Wie eine Reise in einem Wohnwagen ist, wissen wir noch nicht. Aber es wird bestimmt lustig?

Die Bilder mit Eindrücken aus Thailand sind ganz schön zahlreich geworden. Hier kann man sie sehen, einfach hier klicken! Viel Spass!

/Anders

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