In Thailand war ich schon mal, allerdings vor über sechs Jahren und dann auch noch beruflich, somit gilt es gar nicht so richtig. 

Jetzt bin ich hier mit meiner Familie. Eigentlich ist Thailand noch nie so wirklich ein Ort/Land gewesen, das mich so richtig anzog. Es wurde uns aber als Ausgangspunkt für unsere Reise empfohlen, da wir sie gerade hier langsam beginnen lassen können und zudem liegt Thailand auf unseren Weg nach Australien, also perfekt für einen Zwischenstop. Das Essen und der Aufenthalt selbst sind sehr erschwinglich, trotzdem müssen wir ständig unser Reisebudget im Auge behalten, da es für die lange Reise reichen muss. 

Wir haben mit einigen Tagen in Bangkok, übrigens die heisseste Stadt der Welt begonnen und werden unseren Thailand Aufenthalt auch dort mit weiteren sieben Tagen abschliessen. Es folgt später noch ein ausführlicher Blog über Bangkok. 

Momentan sind wir auf Phuket im südlichen Teil von Thailand. Von Bangkok aus kann man den Bus nehmen (das dauert 10-12 Stunden), oder den Zug (das geht noch schneller), oder am nimmt das Flugzeug, so wie wir. Das dauert nur eine Stunde. Nach einer einstündigen Taxifahrt standen wir mit unseren Rucksäcken und Kinderwagen vor unserem neuen Domizil, einem kleinen Hotel am Karon Strand.

Das Hotel haben wir, auf eine Empfehlung von einem guten Freund, der gerne und oft hier her fährt, noch von zu Hause aus reserviert. Das Kata Villa wird von einem Dänen geführt. Mit ca. 20 Zimmern ist es nicht sehr gross, hat einen schönen Garten, ein nettes Pool und ausserdem eines der vielleicht besten Restaurants in der Umgebung. Die Zimmer sind gut und sehr sauber. In allen Zimmern gibt es einen Kühlschrank, einen Safe, Fernseher und Klimaanlage. Und sehr wichtig für mich, das kostenlosen Internet. Das klingt banal, aber mittlerweile einer meiner Anforderungen bei einer Hotelbuchung. Ich will 2013 einfach nicht mehr extra dafür bezahlen müssen!

Die ersten Woche haben wir damit verbracht uns mit der Umgebung vertraut zu machen. Das Richtige um zur Ruhe zu kommen. Obwohl wir uns hier wahrscheinlich in Thailands grösstem Touristenzentrum befinden, bin ich trotzdem positiv über die Freundlichkeit der Thais überrascht (ehrliche Freundlichkeit - obwohl die Hauptsaison sich dem Ende neigt). Wir kommen in Scharen und haben gerne unser vertrautes Essen und sind gerne in unserer vertrauten Umgebung. Die Thais passen sich daher selber und die Umgebung diesen Anforderungen an, um den Wünschen der Touristen gerecht zu werden. Nach meinem persönlichen Geschmack ein bisschen zu viel. Natürlich bin ich mir auch bewusst, dass ein relativ armes Land schwer das Touristengeld ablehnen kann. Vergeblich habe ich nach einen echten Stück thailändische Kultur auf Phuket gesucht. Den Touristen reicht es, wenn sie etwas Schönes und Nettes auf der Vorbeifahrt sehen, aber wenn man sich hier länger aufhält, dann hätte man doch bitte gerne westliches Essen und westliche Bequemlichkeit. Somit rückt die eigene thailändische Kultur in den Hintergrund. Wir haben jedoch einige Restaurants gefunden, die zwar Touristen-Essen servieren, aber auch das leckerste thailändische Essen, das man sich wünschen kann. Dazu auch noch zu günstigen Preisen. Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir natürlich Thailändisch essen. Wie schon gesagt, hat das Hotelrestaurant das absolut beste und billigste Essen. An den Tagen, an denen wir viel spazieren oder lange in der Sonne waren, machen wir uns dort einen gemütlichen Abend. Die lokale thailändische Kultur gibt es tatsächlich sowohl hier in Phuket als auch in Bangkok. Ich bin fündig geworden. Man muss nur an die richtigen Stellen suchen, aber dazu ein Blog später. 

Der Hauptgrund unserer Reise ist es mehr Zeit miteinander zu verbringen und einfach als Familie zusammen zu sein. Sowohl die grossen als auch die kleinen Dinge geniessen. Wir haben uns schon gut an das Reisen gewöhnt. Wir legen grossen Wert darauf entspannt zu sein und uns nicht im Alltag stressen zu lassen. Viele der anderen Gäste haben so richtig viel vor und müssen viel in kürzester Zeit schaffen. Aber die sind auch nur eine oder zwei Wochen hier und dann fliegen sie schon wieder heim. Wir dagegen haben Zeit! Viel Zeit!

Wir haben Zeit in der Früh langsam aufzuwachen (Anton schläft ein bisschen länger), im Bett zu liegen und uns mit Zeichentrickfilmen berieseln zu lassen, stundenlang für frisch gebackene Pfannkuchen mit Marmelade zu brauchen, am Pool oder am Strand abzuhängen...Wir haben nicht wirklich Pläne! Wir haben keine Eile! Wir haben nichts Spezielles vor! Das ist ein unglaublicher Luxus und sehr merkwürdig dies auf einmal zu haben.  

Aber natürlich gibt es da einige Dinge, die wir gerne machen würden.  Alexandra will gerne einen Thai Kochkurs machen. Anton und ich finden, dass das eine fantastische Idee ist! Wenn sie dann auch noch lernt, wie man dieses leckere Yellow Curry Chicken zubereitet, welches ich schon oft im Hotelrestaurant gegessen habe, dann ist es auf alle Fälle das Geld wert. Dann möchten wir auch noch gerne den “Big Buddha”, eine riesige Staute auf dem in der Nähe liegenden Berg sehen. An diesen baut man schon gerne an die 20 Jahre hin und hat Millionen von Bahts ausgegeben und man ist immer noch nicht fertig. Die Oberfläche ist aus Alabaster und soll die südliche Insel gegen das Böse und Elend schützen. Es ist aktuell eines der wichtigsten Bauprojekte in Phuket. 

Wir wollen auch gerne auf einen Elefantenrücken durch den Dschungel reiten. Ich habe so viel über die Elefanten in Thailand gelesen und herausgefunden, dass sie tatsächlich ein Problem darstellen. Sie sind zu einen Problem geworden, da die Aufgaben, die sie früher erledigt haben, heutzutage von Maschinen übernommen werden. Die Modernisierung bedeutet für Thailand, dass viele der Elefanten arbeitslos geworden sind. Und einen zahmen Elefanten kann man nicht so einfach in die freie Wildbahn entlassen, daher bleiben sie zusammen mit ihren Tierhütern (den sogenannten Mahout), die mit ihnen jetzt auf der Strasse herumziehen. Ein Elefant und sein Mahout bleiben oft die ganze Elefantenlebenszeit zusammen. Es kostet ca. 800 Euro in Monat, einen Elefanten zu halten. Das ist richtig viel Geld, wenn man nichts hat und als Bettler lebt. Das entspricht übrigens einem durchschnittlichen Einkommen einer Familie der oberen Mittelklasse. Daher leben viele der Mahouts mit ihren Elefanten in Dschungelreservaten, wo sie Touristen geführte Touren anbieten. Ein herrliches Naturerlebnis! Der Tourismus hat mit anderen Worten die Elefanten und Mahouts gerettet und ein ernsthaftes Problem konnte somit gelöst werden. Aber ein Elefant kann bis zu 70 Jahre alt werden und davon “nur” die ersten 50 Jahre arbeiten, danach muss er in ein “Pflegeheim” für pensionierte Elefanten. Davon gibt es einige und die meisten werden ordentlich und ehrlich geführt. Allerdings habe ich von skrupellosen Jägern und Zwischenhändlern gelesen, die Pfusch mit Zertifikaten und Tierarztattesten betreiben und somit Profit mit den Touristen herausschlagen wollen. Zum Glück bekommen die thailändischen Behörden dies mehr oder weniger unter Kontrolle und arbeiten zielgerichtet daran es zu stoppen. Währenddessen setze ich mich entspannt (ohne schlechtes Gewissen) auf den Rücken eines Elefanten und geniesse die Tour durch den Dschungel. An Orten, an denen auf die Regeln geachtet wird. 

Die Thais sind ein sehr fleissiges Volk. Sie arbeiten von früh bis spät zu einem Lohn, zu dem die Deutschen keinen Handschlag machen würden. Und überall an der Strasse, wo noch ein bisschen Platz ist, wird ein Stand oder ein Laden hineingequetscht, um Obst und Gemüse, Thai Essen oder billige Kopieware zu verkaufen. Im Land des Lächelns wird Tag und Nacht mit “einem Lächeln auf den Lippen” und einer freundlichen Bemerkung fleissig gearbeitet. Einer unserer Lieblingsstände liegt nur 20 m von unserm Hotel entfernt. Hier kann man lokale Früchte als auch fanatische Fruchtdrinks kaufen. Es hängt vom Tagesangebot ab, was gemischt wird und es variiert von Tag zu Tag. Es schmeckt immer gut und für 50 Baht per Stück ein super Ersatz für ein Mittagessen. Wir nehmen ihn meistens mit und trinken in aller Ruhe im Schatten auf unserer kleinen Terrasse im Hotel. Wir kaufen auch frische Früchte. Die Mangos sind weich und saftig und schmelzen fast im Mund. Wassermelonen sind süss und schmecken nach Sonne und Sommer. Die kleinen Bananen, die man in Bündeln zu fast keinem Geld kaufen kann, sind Antons Favoriten. Wir haben allerdings herausgefunden, dass wir nicht zu viel auf einmal kaufen sollten. Es ist so frisch, dass man es sofort essen sollte. In dieser Hitze verdirbt es auch schnell. 

Wir hatten auch schon Kontakt mit dem thailändischen Gesundheitssystem. Anton hat einige Nächte sehr schlecht geschlafen und ist mehrere Male in der Nacht schweissgebadet aufgewacht und wir konnten ihn fast nicht beruhigen. Er hat sich auch über Magen- und Brustschmerzen beklagt, daher haben wir den lokalen Arzt aufgesucht. Natürlich ist dieser Arzt Touristen und deren Kinder gewöhnt und weiss mit ihnen und deren Beschwerden umzugehen: die Hitze, das Essen, die Klimaanlage des Hotels u.a. Er konnte uns recht schnell beruhigen, da er sich einen klassischen “Reisevirus” kombiniert mit einer leichten Erkältung zugezogen hat. Er gab uns Antihistamin und nach fünf Minuten waren wir wieder draussen und haben darüber nachgedacht, wie wir den Rest des Nachmittags verbringen sollen. Strand oder Pool? Anton geht es wieder gut. 

Wir geniessen die Zeit im südlichen Thailand. Durchschnittliche Tagestemperatur ist nie unter 30 Grad und Nachts selten unter 28 Grad. Eine perfekte Einstimmung für unsere lange Reise!

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/Anders

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