Wir sind noch immer an der Küste, allerdings jetzt ein gutes Stück weiter im Norden von Cairns. Soweit nördlich, wie wir es uns vorgekommen haben in Australien zu kommen. Auch sind wir wieder viele Kilometer in den Süden zurückgefahren. Unser nördlichstes Ziel, Cooktown, war eine grosse Enttäuschung. Nachdem wir 350km an einen ganzen Tag lang durch eine wirklich sehr interessante Buschlandschaft gefahren sind, kamen wir am Nachmittag auf dem Campingplatz an. Anton ist es von der kurvenreichen Strasse schlecht geworden und musste sich übergeben, sobald wir in Cocktown angekommen sind. Dazu waren wir alle ein bisschen müde und kaputt von der Fahrt. Wir haben die Nacht davor auf einen super-coolen kinderfreundlichen Campingplatz verbracht und wurden schon bei der Ankunft in Cooktown enttäuscht. Der Campingplatz entsprach überhaupt nicht unseren Erwartungen. Er war fast leer, dunkel und runtergekommen. Und dann war er auch noch einer der teuersten, auf denen wir je übernachtet haben. Das konnten wir überhaupt nicht verstehen und wir beschlossen nur diese eine Nacht zu bleiben und morgen dann den langen Rückweg von 350km auf uns zu nehmen, und nach Cape Tribulation zu fahren. Es gibt wirklich gar nichts anderes dazwischen, dass zu einem Zwischenstop einladen könnte. Man kann gut sagen, dass uns Cooktown auf dem “falschen Bein” erwischt hat. Selbst bei ein Spaziergang durch die Stadt mit offenen Augen und positive Gedanken gelang es uns dieses Mal nicht, uns von einer positiveren Meinung zu überzeugen und uns in dieses Stadt zu vergucken.  

Hätten wir einen Allrad gehabt, hätten wir eine Abkürzung nach Cape Tribulation nehmen können und uns an die 250km sparen können. Aber das hatten wir leider nicht! Es gibt Vorteile und Nachteile eines Campervans. Wir mussten aussenherum über die Berge, was ein Umweg rein ins Landesinnere ist und dann wieder zurück an die Küste fahren. Das gute an dieser Tour war, dass wir mit eigenen Augen die wirkliche australische Buschlandschaft erleben konnten, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Genau dieses Bild der “australische Landschaft” konnten wir selber sehen:  trockene, windgebeugte Bäume und Büsche, terracotta farbige Schotterstrasse, gelbe Verkehrsschilder, die vor Kängurus und Kühe auf der Strasse warnen. 

Aber jetzt haben wir an einem Campingplatz mitten im Regenwald in Cape Tribulation Halt gemacht. Hier kann man, was weltweit einzigartig ist, erleben, wie der Regenwald direkt auf das Meer trifft. Zwischen unseren Campingplatz und dem Strand zieht sich ein 100m breiter Mangroven Regenwald Gürtel und dann kommt das Meer, dass hier nicht wirklich tief ist. Bei Ebbe ist es ein fantastischer Ort für lange Spaziergänge, Ballspiele u.ä.. Beides haben wir gemacht! Bei Hochwasser geht das Wasser bis zu den Bäumen und es gibt fast keinen Strand mehr. Wir mussten übrigens gut aufpassen! Wir befinden uns in einer Krokodilumgebung und hier warnt man generell und nicht, wenn ein Krokodil in der Umgebung gesichtet wird. Es GIBT Krokodile hier. Während ich schreibe, macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre. Es regnet! Nicht konstant, aber in Schauern. Und diese Schauer sind wie Schleusen, die sich weit öffnen und das Wasser strömt nur so über uns herab. Natürlich sind wir in so einem Schauer reingekommen, als wir gerade auf einem Holzsteg durch den Regenwald liefen. Es war ein ausgeschilderter Weg und genau, wie wir den halben Weg zurückgelegt haben, hat es uns erwischt. Es machte also keinen Sinn umzudrehen! Zu erst versuchten wir unter einigen breiten Palmenblättern Schutz zu suchen, aber das half nicht viel. So gingen wir weiter im strömenden Regen und am Ende fanden wir Schutz und setzen uns ein bisschen hin. Während wir uns über unsere mitgebrachte Brotzeit hermachten, regnete es eine Stunde weiter. Ich fand zudem noch heraus, das meine Jacke nicht regendicht war, zumindestens nicht für solche Regenfälle. Muss ich also doch ein wenig Geld für eine richtige Wind-und Regenjacke investieren. 

Wir haben herausgefunden, dass Campingplätze sehr gute Orte sind, um Australier zu treffen. Damals wie Alexandra in Australien gereist ist, hat sie hauptsächlich in Hostels/Jugendherbergen übernachtet. Das war auch gut, davon bin ich überzeugt und auch wir werden dort auch später auf unserer Tour übernachten. In der Regel trifft man aber dort nur andere ausländische Reisenden. Das ist natürlich nicht weniger interessant und so bekommt man eine Menge guter Tips und Ideen, welche Ausflüge etc. man machen sollte. Aber Australier trifft man häufig dort nicht an. Ganz im Gegensatz zu den Campingplätzen hier in Queensland, in denen es nur von Einwohner aus ganz Australien wimmelt. Sie kommen hierher, wenn es in ihrer eigenen Heimatregion zu kalt wird. Die Monate Mai bis September sind Hochsaison, da ist es mild ohne, dass es zu heiss ist. Wenn es im Oktober Sommer wird, dann steigen die Temperaturen oft über 40 Grad und alle flüchten wieder. Somit können wir einen Haufen Australier aus dem Süden und Osten kennenlernen. 

Mittlerweile haben wir schon einige Campingplätze auf unserer Reise gesehen. Wir können mit guten Gewissen sagen, dass wir uns an das Camperleben gewöhnt haben. Wir haben herausgefunden, dass es eine SUPER Art und Weise zu Reisen ist, speziell wenn man ein Kind dabei hat. Unser Anton ist ja auch dabei und er kann oft mit anderen Kinder spielen. Dann können wir Erwachsenen uns auch ein bisschen entspannen. Einer der besten Stellen war am Ellis Beach, eine Stunde Fahrt Nord von Cairns. Der Campingplatz liegt AM Strand. Bei unsere Ankunft waren wir uns noch nicht sicher, ob wir einen Platz mit oder ohne Strom nehmen sollten. Der Unterschied betrug 8 Dollar pro Nacht. Und das kann ein wenig teuer werden, wenn wir den Strom nur dazu gebrauchen um unsere Kamera, unsere Handys und Computer aufzuladen. Der Strom für unseren Kühlschrank kommt von einer Extrabatterie des Autos und lädt sich während der Fahrt selber auf. Aber manchmal sind auch die Stellplätze mit Strom, die die den besten Platz, sprich Aussicht, haben. Wir schauten uns auf dem Campingplatz um und kamen zu der Stelle, wo es keinen Strom gab. Die Stelle, wo es Sand gab, zwischen Palmen und nicht mehr als 10m zum Wasser. Somit war die Sache beschlossen! Kein Strom, aber dafür einen super Platz mit dem Geräusch der Wellen und tausende von leuchtenden Sternen am Nachthimmel zwischen den Palmen. Und noch einen neuen Freund zum Spielen für Anton nur zwei Plätze weiter. Wir blieben einige Tage, genossen das gute Wetter und machten lange Spaziergänge am Strand. 

Unser guter Freund Neil aus Brisbane, der sich so gut um uns bei unserer Ankunft in Australien vor vier Wochen gekümmert hat, musste vergangene Woche geschäftlich nach Cairns. Und so konnten wir uns bereits zum dritten Mal mit ihm treffen. Er führte uns zu einem Restaurant in Cairns, dass er sehr gut kennt und wo man die besten Steaks im Umkreis bekommt, oder wenn man meint, kann man auch Känguru oder Krokodile haben. Ich wählte das klassische Steak, aber Alexandra musste natürlich das Krokodil probieren! Neil empfahl ihr allerdings, dass “Croc & Roo” Gericht zu nehmen. Eine Kombination aus Känguru und Krokodil, nur für den Fall der Fälle, dass das Krokodil nicht so der Hit ist. Känguru hatten wir ja bereits probiert und es schmeckte uns. Das Krokodil war essbar, aber es war leider nicht so das Geschmackserlebnis, das sie erwartet hatte. Es schmeckte ein bisschen nach Huhn, aber mit einer Textur, wie Rindfleisch. Zu dem war es als “Schnitzel” zubereitet mit einem Haufen Panade. Nicht wirklich Alexandras Lieblingsgericht. Aber das Fleisch war trotzdem interessant zu essen. Jetzt hat sie es probiert, wie sie so schön sagte. Jetzt will sie dann selber Krokodilfleisch beim Metzger kaufen und es selber grillen. Mariniert oder so. Ich überlege immer noch, ob ich da mitmachen soll. Känguru war ja ok, aber Krokodil, na ich weiss nicht...

Wir haben unseren Flug von Cairns nach Sydney gebucht und am 18. Juni fliegen wir. Die letzten Tage hier wollen wir gerne Krokodile in der freien Naturlaufbahn sehen, einen lokalen Zoo besuchen, wo es Koalas, Emus, (Anmerk. Übers.: die kann man übrigens auch essen und wollte ich gerne auch probieren!), Cassowaries (zu deutsch: Helmkasur), uvm. gibt. Noch einige Strände gibt es zu erkundigen und Cairns wollen wir auch gerne mal endlich richtig sehen, nachdem wir immer nur durchgefahren sind.  

In Sydney müssen wir selbstverständlich auch Utzons weltberühmtes Opernhaus, Sydney Harbour Bridge und vieles, vieles mehr sehen. Wir bleiben an die zehn Tage. In dieser Zeit wollen wir auch in die Blue Mountains, eine Stunde Fahrt von Sydney. Man sagt, dass es dort auch wunderschön ist. Ende Juni fliegen wir dann nach Adelaide, wo wir unsere Tour an der “Great Ocean Road” beginnen, die uns dann nach Melbourne führt. Da müssen wir uns dann leider an andereTemperaturen gewöhnen. Bis jetzt hat uns unsere Reise ausschliesslich in wärmere, subtropische oder tropische Gefilde geführt. Bei unserer Ankunft im südlichen Australien ist es Winter und dann kommen auch die warmen Klamotten zum Einsatz, die sich bis jetzt ganz unten im Rucksack versteckt haben. Melbourne wird unsere letzte Station in Australien sein, bevor wir nach Neuseeland aufbrechen.  

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/Anders

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