Als wir uns endgültig entschieden haben, uns auf eine Reise um die Welt zu machen, war uns klar, dass damit auch Ängste, Stress und Frustration einhergehen werden, bevor wir uns entspannt in unseren Eonomy-Class Sitz zurücklehnen und den Flug geniessen können. Jetzt ist es fast vier Monate her, dass wir diese Entscheidung getroffen haben und wir haben alle Emotionen, die oben erwähnt sind, durchgemacht. Aber (bis jetzt?) war es nicht nicht so schlimm.

Es ist unnötig zu sagen, dass man, wenn man so eine Entscheidung getroffen hat, eigentlich sofort los will. Ich habe es auf jeden Fall so empfunden! Als wir die Einleitung zu dieser Webseite geschrieben haben, hatte unser Leben, unsere Karrieren einen Punkt erreicht, wo es keinen Sinn mehr ergab, so weiterzumachen. Die häufigste Reaktion der Leute, denen wir von unseren Plänen erzählt haben, war: “ Wow! Ich wünschte, ich würde mich das trauen! Ich könnte nicht so einfach alles hinter mir lassen!” Für uns gab es nur diesen Weg, so fühlten (und fühlen wir es immer noch), dass es das EINZIGSTE war, das wir tun konnten, um weiterzukommen. Je mehr Monate ins Land zogen, desto ruhiger wurde ich. Für Alexandra dauerte es ein bisschen länger, aber als wir unsere Wohnung in Kopenhagen sehr schnell verkaufen konnten und wir jetzt die meisten unserer Möbel verkaufen, freut sie sich auch auf den “nächsten Schritt”, der ist, die Reise detailliert zu planen. 

Mit der Planung haben wir noch nicht begonnen. Ich schreibe diese Zeilen immer aus Kopenhagen und ich muss noch immer in die Arbeit gehen. Aber am Ende dieser Woche wird auch dieses Kapitel meines Lebens beendet sein. Und dann haben wir nur noch fünf Tage, an denen wir packen, bevor wir nach München umziehen werden. München wird unsere zukünftige Basis sein, zu der wir nach unserer Reise zurückkehren wollen. Ab Dezember werden wir in München leben und dort unsere Reise detailliert planen. Ich sehe dies als grossen mentalen als auch physischen “Szenenwechsel”:  Wir setzen unseren vergangenen Leben in Kopenhagen ein Ende und beginnen unser zukünftiges, wenn wir in München ankommen.

Aber jetzt gilt es immer noch viele Dinge zu erledigen, bevor es losgeht und ehrlich gesagt, werden die Tage im Büro immer länger. Jeden Tag werde ich in meiner Entscheidung bestätigt, dass es richtig war die Kontrolle über mein eigenes Leben zurückzuerlangen. Praktisch fühlen wir uns als Gefangene unserer Lebensumstände. Zu viele Kompromisse - hauptsächlich Karriere betreffend. Aber genau diese Kompromisse hatten einen grossen Einfluss auf unser Privatleben. Wir fühlten uns nicht in Kontrolle über unser eigenes Leben. Sobald ich meine Kündigung abgegeben habe, kann ich die internen Streitigkeiten, Machtkämpfe und Meinungen von aussen beobachten, die es in jedem Büro weltweit gibt. Ich weiss nicht, was die Zukunft bringt, aber ich hoffe, dass ich dies vermeiden kann! (Träum weiter, Anders!)

Bevor wir zum “normalen” Arbeitsleben zurückkehren, warten aufregendere Dinge auf uns. Uns wurde ein langsamer und ruhiger Start empfohlen, eine Destination, die uns erlaubt miteinander ins Gleichgewicht zu kommen und uns an die Routine zu gewöhnen, dass wir unterwegs sein werden. Daher ist Thailand unser erster Stop. Wahrscheinlich werden wir in einem kleinen günstigen Ressort in Phuket in Strandnähe bleiben. Bei angenehmen Temperaturen werden wir die Zeit am Strand verbringen. Am Wasser zu sitzen mit unseren Sohn, Anton, war einer der Hauptmotivationen. Wir wollen viele dieser Momente auf unserer Reise geniessen, die nicht unbedingt viel kosten sollen (es sind die kleinen Dinge im Leben), aber für immer im Gedächtnis haften bleiben. Diese Reise handelt “nur” darum zusammen zu sein.

Nach 2-3 Wochen in Thailand kann ich mir gut vorstellen, dass wir bereit  sind für ein bisschen Aktion. Weiter geht´s nach Neuseeland. Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, wo wir die Reise beginnen wollen, aber es wird eine Kombination aus Hostels, Wohnwagen und günstigen Hotels sein. Wir haben in unserem Budget ca. 50-70 USD pro Übernachtung kalkuliert. Wir können nicht in grossen Schlafsälen übernachten, daher müssen wir für ein kleines Familienzimmer in Hostels draufzahlen. Der Wohnwagen hat den Vorteil, dass wir eine vertraute Umgebung haben und gleichzeitig mobil sind. Das ist einer DER wichtigsten und häufigsten Ratschläge, die wir von erfahrenen Reisenden mit Kindern erhalten haben: Vertraute Umgebung und tagtägliche Routine, wann immer möglich. Und langsam reisen! Uns wurde gesagt, wenn wir diesen Grundregeln folgen werden, dann wird sich Anton gut und sicher mit seinen Eltern fühlen. Und natürlich mit viel Liebe. Wir planen 4-5 Monate in Neuseeland zu bleiben.

Nach Neuseeland wollen wir mindestens drei Monate in Australien blieben, abhängig von den Visabestimmungen. In Australien genauer gesagt in der Melbourne Gegend hat Alexandra Verwandte und auch enge Freunde haben Verwandte Down Under. Allerdings in Perth. Wir werden sehen, wie wir diese kleinen Herausforderungen mit den Entfernen lösen werden. Aber ich habe gehört, dass in Australien Inlandsflüge einigermassen günstig sind und Alexandra hat sehr oft und positiv über den weniger bevölkerten Westen gesprochen. Ein weiteres “must see” wird das Great Barrier Reef, als auch Sydney sein. Wir müssen Priorität setzen, da ich bereits jetzt sehen kann, dass die detaillierte Reiseplanung einige harte Entscheidungen beinhaltet. Was lassen wir aus, was wollen wir unbedingt sehen, da wir einfach nicht alles auf dieser Reise schaffen können!

Nach Australien geht es in die USA. Diesen Teil der Reise haben wir in zwei kleinere geteilt. In eine “West Schleife” inklusive Kalifornien, Arizona und Nevada und möglicherweise ein Road Trip entlang der westlichen Küste nach Seattle und zurück. So können wir Los Angeles, Beverly Hills, Grand Canyon, Las Vegas und vieles mehr sehen. Die darauf folgende “Ost Schleife” ist noch nicht genauer geplant, aber es beinhaltet Washington DC, Delaware und North Carolina, wo wir auch Freunde besuchen wollen und hoffentlich zusammen mit Ihnen Thanksgiving feiern können. Wir sind eingeladen und fühlen uns sehr geehrt!

Wenn alles nach Plan geht, dann sollten wir zu Weihnachten 2013 wieder in München sein. Dann sollten wir viele Momente gespeichert haben, von denen viele (wir eingeschlossen) ihr Leben lang geträumt haben. Wir wissen nicht, was uns erwartet! Aber egal was auch immer passiert, wir werden immer die Erinnerungen haben. 

/Anders

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