Am Samstag ging es in die Weihnachtsferien. Nach einigen hektischen Wochen in München, wo wir so gut wie möglich versuchten unser neues Heim, sprich zukünftige Basis, zu organisieren. Es fehlt nur noch, dass der Keller und so andere Dinge aufgeräumt werden. Es sind genauso solche Projekte, die man gerne lange vor sich herschiebt, bis man ihnen nicht mehr entkommen kann. Vielleicht haben wir tatsächlich etwas gelernt und nehmen uns wie geplant im Januar der Sache an

Die letzten Fahrten zwischen Dänemark und Deutschland haben wir immer Nachts hinter uns gebracht. Aufgrund der winterlichen Verhältnissen beschlossen wir diesmal untertags zu fahren. Meine Befürchtung auf volle Autobahnen traf nicht ein, da wir eine Woche vor dem deutschen Ferienstart losfuhren. Es waren viele Autos unterwegs, aber so richtigen Stau erlebten wir nicht. Wir hatten eine ereignislose 12-ständige Fahrt mit Pausen und kamen erst am Abend bei unserer Familie in Århus an.

Während unserer Fahrt durch Deutschland schafften wir es unsere eigens zusammen gestellte iPod Playliste mit Weihnachtsliedern ca. 25 Mal zu hören. Acht der populärsten Pop-Weihnachtslieder. Momentan befindet Anton sich in der Phase, in der ein Lied 1-3 hintereinander hören kann. So haben wir Mariah Careys, The Pogues und John Lennons Beitrag zu Weihnachten so oft gehört, dass wir jetzt den Text auswendig und im Schlaf können. Es könnte schlimmer sein!

Nach fünf Tagen Familienbesuch in Dänemark standen wir früh für unsere Reise nach London auf. Unser Zug fuhr von Struer um 5:31 Uhr ab und wir mussten um 4:00 Uhr nachtschlafender Zeit in Lemvig aufstehen. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal freiwillig so früh aufgestanden bin. Die Koffer und die Wegzerrung waren schon am Vorabend gepackt bzw. vorbereitet worden. Also keine großen Projekte in der Früh. Anton nahm es mit Gelassenheit, war allerdings die ersten Stunden etwas verschlafen. Wie er so langsam zu sich fand, dauerte es nicht lange bis er sich langweilte. Eine viereinhalb stündige Zugfahrt ist für jedes zweieinhalbjährige Kind eine Herausforderung. Ein Hoch auf die heutige Technologien, schnell ist für Unterhaltung gesorgt. Da kommen mir meine Zugfahrten aus meiner Kindheit mit meinen Eltern in den 70-gieren und ab den 80-gern alleine in das Gedächtnis, da war ein Mickey Maus Heft der Höhepunkt der Reise. Damals dauerte dir Fahrt nicht nur viereinhalb Stunden! Es wird spannend zu sehen, wie Anton reagiert, wenn er nicht seine komplette Film und Serien Sammlung auf unseren langen Reise dabei hat. Wir müssen uns dann auf das allernötigste beschränken. Momentan ist Carsganz oben auf der Linken und ist bereits auf dem iPad. Uns gefällt es zum Glück auch. 

Der Flug, der in der Früh von Kopenhagen nach London gehen sollte, hatte aufgrund sogenannter "technischer Probleme" drei Stunden Verspätung. Eine der Standarderklärungen der Fluggesellschaften, da dies hervorhebt, dass man keine Risiken eingehen will und immer die Sicherheit der Passagiere am wichtigsten ist und dies da meist Passagiere keine weiteren Fragen stellen. Wir erhielten Essensgutscheine und überbrückten die Zeit in der Familien Lounge. Anton trennte sich nur widerwillig von der Brio Bahn, wie wir endlich zum Gate gehen durften. An Bord der funkelnagelneuen norwegischen Boeing 737 gab es sogar kostenloses Internet. Das kompensierte ein wenig die Verspätung, war aber wirklich nicht notwendig.  

Endlich angekommen in London konnten wir uns entspannen und von einer hektischen Zeit herunterkommen und die Weihnachtszeit genießen. Ich denke viel darüber nach, wo wir nächstes Jahr um diese Zeit sein werden. Wir werden es herausfinden...

/Anders

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