Online weltweit

Wie sich unsere Weltreise noch in der Planungsphase befand, begann ich die mobilen Internet Möglichkeiten der jeweiligen Ländern, die wir besuchen wollten, zu recherchieren. Ich bin in Dänemark aufgewachsen, eines der Länder, das die höchste Internetpenetration hat. Daher sind die Onlinekosten in Vergleich mit anderen Ländern lächerlich gering. Für mich war es selbstverständlich konstant und ohne großen Kosten online zu sein. Aber so ist es nicht im Rest der Welt!


THAILAND:

Unseren erster Monat unserer Reise verbrachten wir in Thailand. In allen Hotels, in denen wir übernachteten, hatten Internet und sogar meist kostenlos. Nur an einer Stelle mussten wir dafür bezahlen. Bereits hier konnten wir die Erfahrung machen, dass je teuerer das Hotel war, desto geringer war die Möglichkeit für ein kostenloses Internet. Wie es sich herausstellte bestätigte sich diese Vermutung während unserer Reise. 
 

AUSTRALIEN:

Vor unserer Ankunft in Australien versuchte ich herauszufinden, was für Möglichkeiten es gibt online zu sein. Das Ergebnis ist, dass Australien Jahrzehnte hinterher ist. Eigentlich sollte man ausgehend von der Grösses dieses Landes annehmen, dass es eines der Hauptanliegen ist der Bevölkerung ein gutes und günstiges Internet anzubieten. Es gibt nicht genügend Konkurrenz auf dem Markt und selbst Angebote mit begrenzten Datenvolumen und Geschwindigkeit sind sehr teuer. Von 50 bis 150 AUD! Obwohl wir einen Reiseblog haben, der erfordert online zu sein, haben wir darauf verzichtet uns ein Online Paket zu kaufen und haben uns lieber darauf verlassen, dass wir auf Campingplätzen ein kostenloses oder billiges Internet bekommen. Die Preise lagen generell zwischen 5 und 15 AUD pro Tag. Für diesen Betrag kann man in Dänemark einen ganzen Monat online sein.

 
NEUSEELAND:

In Neuseeland wollten wir hingegen ein bisschen mehr für das Internet bezahlen, als wir uns eigentlich vorgenommen haben. Wenn man einen Reiseblog hat, der wachsen und Aufmerksamkeit erwecken soll, ist es notwendig jeden Tag online zu sein. Wir mussten in den saueren Apfel beissen und eine SIM-Karte und ein Datenpaket kaufen. Unsere Smartphones konnten wir als Hotspot nutzen. Das funktionierte richtig gut! Wir bezahlten 50 NZD pro Monat und uns standen 3 GB Datenvolumen zur Verfügung. Wesentlich billiger als in Australien! Natürlich nicht genug, um Texte und Bilder auf unsere Webseite zu laden, aber ausreichend für Facebook Updates und Tweets. Das machte sich unmittelbar bei der täglichen Besucheranzahl auf unserer Webseite bemerkbar. Die größeren Uploads machten wir weiterhin auf Campingplätzen, wo wir kostenloses oder zumindest billiges Internet hatten. Hier lagen die Kosten zwischen 5 und 10 NZD pro Tag. Das kostenlose Internet war meist auf auf einige hundert Megabyte begrenzt, was nicht wirklich viel ist.
 

USA:

In USA änderte sich alles drastisch! Man ist im WiFi Paradies! Plötzlich gab es freies Internet überall! Oft konnte man sich direkt einloggen. Manchmal musste man sich mit seinem Namen und Email Adresse registrieren, aber dann war man gleich online. In jedem Mittelklasse Kettenhotel und EInkaufszentren gab es unbegrenztes freies Internet. Daher verzichteten wir darauf eine SIM-Karte in den USA zu kaufen.
 

IRLAND:

Zurück in Europa war Irland unser erster Stop. Hier ist das freie Internet nicht so verbreitet, wie in den USA, aber in den meisten Bed & Breakfast, Hotels, Café und Restaurants ist man den Anfoderungen der Gäste nachgegangen und es wird Internet mit unterschiedlichen Datenvolumen angeboten. Wenn man ein größeres Datenvolumen benötigt, kann man dies für ca. 10 € pro Tag zukaufen. Nach meiner Erfahrung ist der Preis nicht ausschlaggebend für eine gute Qualität, daher benutzen wir es nicht häufig. 

 
ENGLAND:

In England wohnten wir die meiste Zeit privat bei unserer Familie, aber wir waren auch zwei Wochen unterwegs. Hier ist freies Internet vergleichsweise gut verbreitet und es gibt sogar eine App für das Smartphone, die schnell einen Hotspot lokalisieren kann und man automatisch eingeloggt wird. Weder in Irland noch in England mussten wir in eine SIM-Karte investieren.
 

DEUTSCHLAND:

Hier in Deutschland befinden wir uns wieder in einem Land, in dem sich die Anbieter verhalten, wie noch vor zehn Jahren. Sie haben das Sagen. In allen anderen Ländern bekommt man ohne großes Nachfragen eine SIM-Karte in die Hand gedrückt, hier hat man das Gefühl, man muss sie sich erst verdienen. Manchmal ist es fast unmöglich ohne einen finanziellen Nachweis eine SIM-Karte zu erhalten. Die Alternative ist eine teuere Prepaid Karte. Aus Kundensicht sind die Bedingungen ungünstig, wie z.B. 24 Monate Bindungsfrist (dies kann man umgehen, wenn 5 € extra im Monat bezahlt), diese kann man auch nicht umgehen, selbst wenn man bereits ein Handy besitzt, darüberhinaus ist die Geschwindigkeit minderwertig und die Kombinationsmöglichkeiten lächerlich. Alleine schon in einen Laden eines Anbieters zu gehen und einen Vertrag abzuschließen, ist frustrierend. In Deutschland macht man sich viele Gedanken über die Datensicherheit und es ist gut, dass man Kunden vor Datendiebstahl schützen will, aber dann noch diese Angst zu seinem Vorteil auszunützen...

Als Tourist auf der Durchreise reicht auch eine Prepaid Karte. Man sollte allerdings daran denken seinen Pass beim Kauf mitzunehmen und ganz viel Geduld. Die neusten Bestimmungen variieren von Anbieter zu Anbieter. Es kann auch sein, dass man keine SIM-Karte erhält, wenn man keine deutsche Adresse hat oder in Deutschland gemeldet ist.
 


SCHLUSSFOLGERUNG: 

Man sollte sich von Anfang an klar werden, wie groß sein Bedarf und Wunsch ist, online zu sein und wieviel Anstrengungen man dafür in Kauf nehmen will. Regeln und Preise variieren nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Anbieter zu Anbieter. 
 


/Anders


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