Neuseeland

Remarkables, Queenstown

Remarkables, Queenstown

Wie ich aus dem Flugzeug in Auckland stieg, kam es mir auf einmal zu Bewusstsein, dass ich noch nie so weit weg von zu Hause war. Man kann nicht weiter von Dänemark entfernt sein!

Ich wollte schon immer nach Neuseeland. Aber wie schon bei Australien habe ich mir nie träumen lassen, dass ich es mir eines Tages leisten könnte. Aber nun waren wir tatsächlich hier! Und als Familie! Was für ein schönes Gefühl am Flughafen bei der Ankunft Hand in Hand dazustehen und auf unseren Shuttlebus zum Hotel zu warten. 

Nach der ersten Nacht in einem tristen, aber einigermassen effektiven Flughafen Hotel holten wir uns am nächsten Morgen einen Campervan ab. Dieser sollte unser Heim für die nächsten drei Monate sein. Wir haben in Australien herausgefunden, dass so ein Campervan für uns die perfekte Art und Weise zum Reisen ist. Anton hat seine festen Umgebung und Routinen, wie jeder andere Junge seines Alters, aber trotzdem kommen wir herum und können jeden Tag neue Sachen erleben. Zudem ist so ein Campervan eines der billigsten Transportmittel. Selbst ein kleiner, einfacher Hyundai Getz kostet doppelt so viel. Wir haben mit unserem umgebauten Toyota Hiace mit einem hohen Dach keinen schlechten Handel gemacht. Man darf nicht vergessen, dass der Markt für Campervans ein ganz anderer ist, als der für das Ausleihen von ganz  „normalen” Personenautos. Dazu kommen noch die extremen saisonalen Preisunterschiede. Wir sind in Neuseeland im August angekommen. Mitten im Winter und viele der Campervans stehen nur herum und verstauben.

Die Kiwies, wie sich auch die Einwohner Neuseelands selber nennen, sind nette Leute. Sie lächeln viel und sind sehr serviceorientiert. Wir fühlten uns sofort wohl. Das Camperleben in Neuseeland ist mit dem in Australien zu  vergleichen. Die Campingplätzen wurden zu 95% in den Jahren 1950 oder 1960 angelegt und seitdem sind sie nur mit ein bisschen frischer Farbe aufgepeppt worden. Gerade im Winter, wenn alles schon dunkel und trist ist, dann wirkt alles noch ein wenig mehr trostlos, wenn man dann auf abgenutzte Toiletten, Duschen und Gemeinschaftsküchen angewiesen ist. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen, die sich aus der Masse herausheben. Durch ihre einzigartige Lage in der Natur oder da sie neu angelegt, oder mit viel Liebe modernisiert worden sind. Am besten ist es natürlich, wenn sowohl die Lage als auch die Ausstattung perfekt ist. 

In Neuseeland gibt es Campingplätze, die von Privatpersonen betrieben werden und die sich darum kümmern alles in Stand und am laufen zu halten. Und dann gibt es die, die von DOC, Department of Conservation, (eine Art von Naturvereinigung) verwaltet werden und dort ist niemand vor Ort und meist gibt es auch keinen Strom oder warmes Wasser. Dafür kostet die Übernachtung auch nicht viel.

Wir haben beides probiert und selbst wenn man sich in den dunklen Wintermonaten ein bisschen einsam auf solchen unbewachten Campingplätzen ohne warmes Wasser fühlen kann, so haben wir nur gute Erfahrungen damit gemacht. Aber wir bevorzugten bewachte Plätze und zahlten gerne extra für Strom, damit wir Abends unser Heizgerät anschalten konnten, wenn es zu kalt in der Nacht wurde. Fast alle Campingplätze hatten Waschmaschinen und das ist wichtig, da wir nur Kleidung für eine Woche mitdabei haben. Es war nie ein Problem alles gewaschen und getrocknet zu bekommen, bevor die Reise weiterging. 

Cape Reinga, North Island

Cape Reinga, North Island

Wir hatten hohe Erwartungen an Neuseeland! Und das war vielleicht auch das Problem. Die Nordinsel erinnert uns sehr an Südaustralien. Aufgepeppt mit dem intensiven grün Irlands. Das nördliche Neuseeland ist SEHR grün! Und so schön! Wir haben die ganze Zeit auf den WOW Effekt gewartet. Die letzten drei Monate waren wir in Australien und dort hatten wir reichlich solche Momente. Und man hört und liest so viele tolle Sachen.

Neuseeland besticht mit seiner einzigartigen Natur. Wenn man sich in den verschiedenen Reiseforen im Internet umhört, gibt es geteilte Meinungen über Neuseeland. Die meisten sind sich einig, dass es ein schönes und einzigartiges Land ist, das man unbedingt sehen sollte. Zu diesem Resultat sind wir auch gekommen, aber erst nach einiger Zeit. Wir begannen unsere Reise auf der Nordinsel, da uns gesagt wurde, dass wir enttäuscht werden würden, wenn wir auf der Südinsel mit ihrer markant anderen Natur beginnen würden. Einige sind der Meinung, dass die Nordinsel die beste der zwei Inseln ist. Schliesslich und endlich ist es eine persönliche Geschmackssache. Aber was mich betrifft, bekam ich erst, als wir uns in der Mitte der Nordinsel befanden, Schmetterlinge im Bauch bei dem Anblick, der sich uns bot. Die Gegend um den Lake Taupo, Hobbiton in Matamata und natürlich die Hauptstadt Wellington- was für fantastische Stellen! Die Natur war nicht "nur" grün und fruchtbar, so viele unterschiedliche Facetten! Vulkane, Gletschern, Wildness. Genau so etwas gefällt mir sehr!

Mit der Fähre ging es von Wellington von der Nordinsel auf die Südinsel nach Picton. Bereits bei der Ankunft sah die Landschaft ein bisschen anders aus. Oder bildeten wir uns das nur ein, da wir von vornherein wussten, dass die Südinsel anders ist. Das kann eine Erklärung für diesen Eindruck sein. Ein einzigartiges Naturerlebnisse erwartete uns im Abel Tasman National Park, wo wir von einem Boot an einem Strand abgesetzt worden sind. Dann ging die Wanderung los durch den Regenwald zu der nächsten Bucht, wo wir wieder vom Strand abgeholt worden sind. Oder die tollen Fox und Franz Josef Gletscher, die in den letzten Jahre auf einen Bruchteil ihrer einstigen Größe geschrumpft sind. Oder Milford Sound, das Fjordland im Süden, dort sahen wir beim Regenwetter von einem Boot aus, wie tausende Regenfälle die Klippen herunter prasselten.

Wir wurden totale Fans der Städte Wanaka, Queenstown und Oamaru. Diese besuchten wir mehr als einmal. Aus dem einfachen Grund, dass die Umgebung unglaublich schön ist und diese drei Städte das gewisse Etwas haben, das sie charmant und interessant macht. Jede auf seine eigene Art und Weise. 

Mit unseren Campervan sind wir viele tausende Kilometer Landstraße abgefahren. Es gibt auch die Möglichkeit eine vorgefertigte Bustur von einen der vielen Anbietern zu machen, die die größten Touristenattraktionen, wie z.B. Queenstown, Wellington, Matamata (Hobbiton), Lake Taupo und vielleicht auch Christchurch abklappern. Das alles in nur zehn Tagen. Aber wir haben noch viel mehr gesehen! Viele Orte, in denen die Touristen nicht wie die Heuschrecken einfallen. So konnten wir den Einheimischen näher kommen und alles unserem Tempo anpassen. Auf diese Art und Weise konnten wir Neuseeland richtig gut kennenlernen.

Christchurch war wohl einer der Orte, der mich am meisten beeindruckt hat. Unser letzter Stop auf unserer dreimonatigen Rundreise und wir freuten uns sehr darauf. Nach dem Erdbeben im Februar 2011, das die Innenstadt in voller Wucht traf, ist nicht mehr viel stehen geblieben. Aber trotzdem beeindruckend. Die Einwohner sind noch immer, auch drei Jahre später, voll in Gang mit dem Wiederaufbau und es machte auf uns einen enormen Eindruck, wie sie mit so viel Willensstärke und Pragmatismus die Arbeit auf sich nehmen. Unglaublich dieser Wille weiterzukommen, trotz all den Sorgen und Schmerzen, was sie alles verloren haben. Gerne würde ich in zehn Jahren nochmals zurückkommen, um zu sehen, was sie geschafft haben. Auf demokratische Art hat man versucht die Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen, umso die "optimale" Stadt zu erschaffen. Ein spannender Prozess! 

Eine Reise durch Neuseeland ist nicht billig. Lebens- und Grundnahrungsmittel sind im Vergleich zu Deutschland teuer. Australien ist noch einen Tick teuerer und daher waren wir an das Preisniveau gewöhnt. Auch zuhause hätten wir unsere täglichen Ausgaben gehabt, dass darf man nicht vergessen. Aber man darf nicht den Irrglauben verfallen, dass man nach Neuseeland kommt, um einen billigen Urlaub zu machen oder billiger zu wohnen und zu leben als in Europa. 

Trotz des hohen Preisniveaus ist Neuseeland ein Land das bei näherer Bekanntschaft gewinnt und ich kann nur jedem zu einem Besuch raten.  Mein Rat, wenn man nicht Zeit für beide Inseln hat, ist, dass man die Südinsel bevorzugen sollte. Meine ganz persönliche Meinung, andere werden vielleicht etwas anderes sagen.

Von Europa dauert es an die 36 Stunden hierher zu kommen und die Flugtickets sind nicht gerade billig. Auf alle Fälle ist es das Geld wert die einzigartige Natur, die Kiwis und deren entspannte Haltung zum Leben kennenzulernen. Es ist einfach toll in Neuseeland zu sein!

 

/Anders

 

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