Flugreisen!

Wir können mit Recht behaupten, dass wir schon viel geflogen sind. Sowohl viele geschäftliche Reisen haben uns um die Welt gebracht, als auch private. Vor allem die Strecke Kopenhagen München, während unserer sechs Jahre in Dänemark, sind wir oft und gerne geflogen. Während unserem Jahr auf Reisen konnten wir noch einige neue Flughäfen und Flugmeilen hinzufügen. 

Früher war es noch etwas besonderes und irgendwie auch exklusiver zu fliegen, aber diese Zeiten sind leider vorbei. Es wundert mich, dass Service in dieser Branche einen geringen Stellenwert einnimmt. 

Wenn man so wie ich in gewissen Abständen fliegt, dann kennt man merkwürdige Formen des Kundenservice, denen man in Zusammenhang mit Flugreisen ausgesetzt wird. Ich bezweifle, dass sie in anderen Branchen so gut geheißen werden.

Bereits bei der Ticketbestellung, die heutzutage meist zu Hause am Computer vorgenommen wird, stößt man auf Beschränkungen. Kein Rücktritts- oder Änderungs- oder Umtauschsrecht ist zu finden. Nur auf Aufpreis! Und wenn der Flug storniert wird, dann ist das einfach ärgerlich. Manchmal kann das sein, dass man dann auf einen späteren Flug am selben oder nächsten Tag umgebucht wird. Wenn man allerdings zu einen Meeting oder mit einen Anschlussflug weiter muss, hilft das wenig. Dazu kommt, dass man für seine Übernachtung selber aufkommen muss, wenn man erst am nächsten Tag weiterkommt.

Die meisten Verspätungen oder Stornierungen werden meist mit “technischen Problemen” begründet. Eine Erklärung, die die meisten Passagiere ruhig stellt und zu ihren Sitzplätzen am Gate zurückkehren lässt, da der Fluggesellschaft die Sicherheit der Passagiere am wichtigsten ist. Ein Flugzeug hebt nur ab, wenn alles in Ordnung ist. Wenn solche Ausfälle nicht von der eigenen Versicherung gedeckt sind, dann muss man seine Übernachtung selber bezahlen. Ich habe auch schon erlebt, dass sich einige Passagiere so beim Servicecenter beschwert haben, dass ihnen ein Hotel mit zusätzlichen Service bezahlt worden ist. Manchmal hat man auch Glück und erhält von der Fluggesellschaft einen Gutschein für ein Sandwich und Getränk.

Ich durfte auch schon ein paar Mal ein sogenanntes “Force Majeure” miterleben. Ein Ereignis, das außerhalb der Kontrolle de Fluggesellschaft liegt. Darunter fallen auch extreme Wetterbedingungen. Glücklicherweise war ich auf Geschäftsreise und meine Firma zeigte dafür großes Verständnis und kam für alle dadurch entstandenen Kosten auf.

Nach diesem kleinen Ausflug zurück zur Ticketbestellung. Hat man es endlich geschafft seine Bestätigung zu erhalten (hat sie eventuell sogar ausgedruckt), dann kann man sich nur wundern, warum bei Flugreisen ganz andere und meist nicht logische Zustände, als sonst überall herrschen. Je länger man mit der Ticketbestellung wartet, desto teuerer wird es. Natürlich hängt es damit zusammen, dass man nicht mit halbleeren Flugzeugen fliegen möchte und aus Gründen der Planung gerne wissen möchte wieviele Passagiere an Bord sein werden. Kann man das aber nicht viel schlauer handhaben? Kein Platz für Spontanität! Es ist nicht möglich an einem Wochenende zu Hause zu sitzen und eine Reise nach Venedig für das nächst Wochenende zu planen. Das ist nur möglich, wenn man den vollen Listenpreis bezahlt, was die wenigsten tun. Oder man ist deutscher Geschäftsreisender, der nur 1. Klasse reist und so viele Bonusmeilen auf seinen Konto hat, dass er überhaupt nicht sich über so etwas den Kopf zerbrechen muss. 

Ok, dann steht man dann nach ungefähr drei Monaten nach der Ticketbestätigung und Bezahlung am Flughafen. Nach Jahren habe ich es gelernt immer mit einen guten zeitlichen Puffer dort zu sein. Manchmal kann man es auch mit knapp bemessener Zeit den Check-In und die Gepäckaufgabe schaffen, aber dann bei der Sicherheitskontrolle  wird es eng. Es kann ein Alptraum sein! Bis zu 30 min musste ich schon mal warten. Man fühlt sich, wie eine Kuh in einer riesigen Herde, die zum Melken gebracht wird, bis man endlich seine Sachen zum Scannen auf das Band legen darf. 

Erst mal alle Formen von Metal weg. Das Laptop in einen separaten Korb auf das Band. Runter mit der Jacke, den Gürtel usw. Alle Flüssigkeiten in einen durchsichtigen Beutel. Hat man diesen vergessen, kann man einen Vorort erhalten. An manchen Flughäfen kann man sie für nur einen Euro kaufen!

Normalerweise komme ich ungefragt durch, ohne dass sich überhaupt jemand für mich interessiert und kann anschließend ein Getränk kaufen, damit ich es an Bord nehmen kann. Ich esse auch in einen der Restaurants und nehme das Besteck mit. Vielleicht wurden die Sicherheitskontrollen nur eingeführt, um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln? Aber sobald der Umsatz in den Geschäften am Flughafen rückläufig ist, wird der Sicherheit nicht mehr so viel Bedeutung beigemessen. Dafür habe ich auch einiges Besteck von den unterschiedlichsten Flughäfen der Welt zu Hause.

In den USA wurde ich einmal dreimal an drei unterschiedlichen Stellen auf dem Weg zum Gate aufgefordert meine Schuhe ausziehen, damit sie durchleuchtet werden konnten. Man sollte doch davon ausgehen können, wenn man bereits einen Sicherheitscheck hinter sich gebracht hat, dass es erledigt sein sollte. Aber ok, dass ist mir auch nur in den USA passiert.

Wenn man es endlich durch den Sicherheitscheck geschafft, das Shopping Schlaraffenland hinter sich gelassen und es zum Gate geschafft hat, dann kann man nur mit den anderen Passagieren darauf warten, dass man endlich an Bord darf. Während ich so sitze und warte, betrachte ich mir genauer meine Mitreisenden und überlege, wer ein trainierter Terrorist sein könnte. Einer der uns mit seinen bloßen Händen töten kann und seine scharfen Gegenstände und Schuhe mit Sprengstoff beim Sicherheitscheck oder zu Hause gelassen hat.

Endlich am Bord des Flugzeugs bin ich jedesmal überrascht wieviel Platz dem einzelnen Passagier zusteht. Je mehr Sitzreihen, desto mehr bezahlende Passagiere, so einfach ist die Rechnung. Das hat zur Folge, dass die Beinfreiheit sich verkleinert. Außer man ist natürlich Deutscher und zahlt gerne Business Klasse (oder gleich 1. Klasse bei Lufthansa), so hat man mehr Platz für seine Beine und erhält zusätzlich noch ein Glas Prosecco und einen kalten Nudelsalat. An manchen deutschen Flughäfen haben diese Reisenden sogar ihren eigenen Zugang an Bord und müssen nicht mit dem gemeinen Volk einsteigen. Das witzige daran ist, dass nicht jeder Flughafen so eine Sonderbehandlung anbietet und so müssen die Businesspassagiere den selben Ausgang, wie alle anderen benutzen. Also, ich würde mein Geld zurück verlangen! 

airplane-1and2.jpg

Wie ich dann ganz hinten zu meinen Miniplatz ankomme, ist natürlich das Handgepäckfach schon voll und eine Stewardessen konfisziert sofort meinen Rucksack und trägt ihn zurück zur Mitte des Flugzeugs und stopft ihn dort zwischen die langen Mäntel der anderen Passagiere. Darin liegt mein Buch, mein iPod und endlich 45 min später in 10.000 m Höhe darf ich mich endlich abschnallen und zu meinen Sachen gehen. Auf meinen Rückweg muss ich warten, dass die Stewardesse ihre Tour mit Kaffee und anderen Erfrischungen beendet. Ich muss meistens für meine Dinge selber bezahlen, aber nur vorne, dort wo die Deutschen sitzen, kann man es sich leisten, dass es als Service angeboten wird.


Bei den Billigfluggesellschaften hat man es sogar verboten, dass ich mein mitgebrachtes Essen und Trinken verzehren darf. Keine Ahnung, ob das rechtens ist, aber ich will ja nicht aus dem Flugzeug aufgrund meines geschmuggelten Getränks geworfen werden. So nehme ich immer nur einen Schluck daraus, wenn die Stewardessen nicht in meine Richtung blicken. Einige Male kaufte ich mir sogar eine Tasse Kaffee für einen Schnäppchenpreis von 4,50 € und versuchte wirklich die lauwarme braune Substanz trotz Luftlöcher und Druck auf den Ohren zu genießen. Seit einmal ein Passagiere ohne Vorwarnung seinen Sitz nach hinten klappte und so mein frischgekaufter, nicht zu vergessen teuerer, Kaffee über mein Buch und meine gerade eben gekauften, ebenso teueren, Zeitschriften vergossen wurde, kaufe ich keinen Kaffee mehr. Glücklicherweise hatte ich genau in diesem Moment weder mein iPod oder Laptop vor mir auf dem Tischchen liegen.

Bei der Landung sind meine Beine mittlerweile gefühlsarm vom steifen Sitzen und langsam rollt das Flugzeug von der Landebahn irgendwo am hintersten Ende zu einem Bus, der uns zum weit enfernten Terminal fährt. Vorbei geht die Fahrt an vielen leer stehenden und näheren Gates. Während wir die üblichen zehn Minuten zum Terminal gefahren werden, überlege ich, ob ich beim Rückflug mit Hilfe meines Charmes versuchen sollte mich upgradieren zu lassen. Unterdessen massiere ich meine tauben Knie, die von meinen Vordermann so hart durch den Aufprall getroffen worden sind. 

Angekommen im Ankunftsterminal geht es direkt zu den Gepäckbändern, an denen wir dann nach einer 25 minütigen Wartezeit unsere Koffer erhalten. Immer und jedes Mal natürlich verkehrt herum auf dem Band!

Dann kann man endlich seine Sachen durch den Zoll schleppen und zu seinen wartenden Angehörigen gehen, oder sich ein Taxi schnappen.

Nach jeder Reise stelle ich mir die Frage, warum ich mir das antue. Aber die Antwort ist einleuchtend: Wenn man die Welt sehen möchte oder einen internationalen Job hat, dann muss man leiden!

Was sind Euere Flugerlebnisse?

/Anders


Zurück zur Blogübersicht!