Christkindlmärkte in München

Eine Reise nach München kann ich immer wärmstens empfehlen. Eigentlich zu jeder Jahreszeit. Ein offensichtlicher Grund die bayerische Metropole zu besuchen, ist natürlich das Oktoberfest. Dieses findet jährlich von Mitte September bis Anfang Oktober statt. Es ist tatsächlich so spektakulär, wie es behauptet wird!

Vor allem wenn sich das Jahr dem Ende neigt und die Weihnachtszeit in München einkehrt, ist es einen Besuch wert. Ein langes Wochenende empfiehlt sich. Einer oder mehrere Ausflüge sollten dann zu den verschiedenen Weihnachtsmärkten, oder wie man sie in Bayern nennt “Christkindlmärkten”, führen. Und in München gibt es einige, deren Besuch sich lohnt.

Dort findet man eine Mischung aus unterschiedlichen Buden, an denen man Handarbeiten, Kunsthandwerk, Gebäck, Essen und Getränke erwerben kann. Ich habe versucht herauszufinden, ob es sich überhaupt lohnt auf so einen Markt seine Sachen anzubieten. Ich sehe immer nur Leute, die mehr mit dem Essen und Trinken beschäftigt sind, als das sich was anderes kaufen. Vielleicht werden die anderen Stände hauptsächlich als eine Art Schaufenster benutzt, wenn die “Künstler” nicht in ihren Werkstätten beschäftigt sind, um neue Kunstwerke zu schaffen. Vielleicht sind sie auch froh, wenn sie einmal im Jahr herauskommen und sich auf einem Christkindlmarkt vergnügen können. Ich hoffe doch für sie, dass sie zudem noch ihre Sachen auch online über eine Webseite oder ähnliches verkaufen. Einige der Dinge sind richtig schön, aber viele fallen unter die Kategorie “Dinge, die die Welt nicht braucht”. Auf den grösseren Christkindlmärkten kann man auch so richtig billigen Weihnachtsschund kaufen, von dem man sehen kann, das er in Asien hergestellt worden ist. Für sowas will man nicht wirklich sein Geld ausgeben und oft sind es dann genau diese Dinge, für die man viel zu viel bezahlt. Ausser man kann überhaupt nicht ohne eine kitschige Weihnachtskugel, die auf den Kamin stehen soll, leben!

Neben den Krimskrams Buden gibt es auch richtig gute mit Qualitätsware, wie Handschuhe, Schals, Hausschuhe uvm. Manchmal findet man gerade solche praktischen Dinge das ganze Jahr über nicht. Bevor man allerdings seinen Geldbeutel zückt, sollte man immer versuchen ein bisschen mit dem Preis zu handeln. Das ist überhaupt nicht ungewöhnlich und die Händler kalkulieren dies in ihren Preis mit hinein und kennen selbstverständlich ihre Grenzen, wenn für sie kein guter Handel mehr herausspringt. Also haltet Euch nicht zurück und versucht einen guten Handel abzuschliessen!

Wenn alle Einkäufe getätigt sind und die Handarbeiten, das Marzipan und das Weihnachtsmobile wohlverwahrt in den Taschen liegen, ist es an der Zeit, sich um die Gaumenfreuden zu kümmern. Würste in allen möglichen Geschmacksrichtungen werden auf jeden Markt angeboten. Hotdogs, Semmeln mit unterschiedlichen Füllungen, Pommes werden am häufigsten nachgefragt und verzehrt. Es ist nicht so einfach den Unterschied mit dem blossen Auge zu erkennen, daher bleibt einem nichts anders übrig und sich durch die verschiedenen Buden “durchzufressen”. Das gleiche gilt für all die Glühweinstände. Ich selber mag die mehr gewürzigen Varianten, aber der klassische rote oder weisse Glühwein wärmt normalerweise auch ziemlich gut gegen die Winterkälte. Die “Feuerzangen Bowle” ist ein Kapitel für sich. Diese wird “flambiert” serviert und der Alkoholgehalt ist daher ein wenig höher. Man kann eine Menge über die “Feuerzangen Bowle” schreiben, aber das hebe ich mir für ein anders Mal auf. Bei den meisten Glühweinbuden kann man die normale Version noch mit einem Schuss Cognac, Ruhm oder Whiskey für ein paar Euro aufpeppen. Das hilft immer gegen eiskalte Füsse!

Einer meiner Lieblingsmärkte in München ist der Mittelalter Markt am Wittelsbacherplatz. Super gemütlich und das Mittelalter Motto zieht sich durch den gesamten Markt. Hier gibt es die üblichen Stände, aber allem, wie Klamotten und Kunsthandwerk, wird das Mittelalter Stempel  aufgedrückt. Nach ein paar Minuten fühlt man sich in dieses Zeitalter zurückversetzt und das einzige, das noch an die Gegenwart erinnert, ist der Weihnachtsbaum auf dem kleinen Platz, der mit einer modernen LED Lichterkette geschmückt ist und dann die allgegenwärtigen Handys, die jeder Standbetreiber neben sich liegen hat. Auch alle die auf den Mittelalter Markt arbeiten, tragen Kleidung aus dieser Zeit und die Stände sind aus soliden Holz gebaut und mit kunstvollen Schnitzereien verziert. Nichts wurde dem Zufall überlassen und man hält sich konsequent an das Konzept. Man kann also davon ausgehen, dass es sich bezahlt dort einen Stand aufzubauen - ausgehend von der Anzahl der Händler. Ein perfekter Ort sich mit Freunden zu verabreden und dort gemeinsam mit einem “Mittelalter Glühwein” auf die Weihnachtszeit anzustossen!

2012 gab es 23 offizielle Weihnachtsmärkte in und um München. Ich selber habe nur einen Bruchteil davon besucht, aber ich freue mich schon drauf noch weitere persönlich zu erkunden. Sie befinden sich über die ganze Stadt und Umgebung verteilt. Und mein Rat ist, anstatt viel Zeit für den Transport zu verschwenden, sollte man lieber die Zeit auf einen in der Nähe nutzen. 

Weihnachtsmärkte sind ein schöner und gemütlicher Teil der deutschen Kultur und meiner Meinung nach kann man in München die besten des Landes besuchen. Ich würde jeden raten einfach seine Freunde, Kollegen oder andere Reisende mitzunehmen und dann kommt man ganz von alleine und schnell in die richtige Weihnachtsstimmung. Man wird einfach von dieser weihnachtlichen Atmosphäre angesteckt! Fröhliche Weihnachten!

/Anders

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