Autos während unserer Reise!

Bei der Planung einer Weltreise muss man berücksichtigen, dass man die unterschiedlichsten Transportformen angewiesen ist und es ist ratsam, dass man seine Recherche ordentlich macht, um nicht unnötig Zeit und Geld zu verschwenden. Zusätzlich kann man sich viel Ärger und Frustration ersparen. Schließlich soll diese Reise ein Erlebnis für das ganze Leben sein!

Als erstes verschaffte ich mir einen Überblick über die verschiedenen Transportmöglichkeiten und wieviel ich dafür in unserem Budget veranschlagen sollte: einen Großteil oder Dreiviertel. Unendliche Möglichkeiten: Auto, Campervan, Flug oder Zug. Schnell kam ich zu der Erkenntnis, dass man mit einer ordentlichen Recherche einiges sparen kann. Und dieses Geld kann man besser für andere spannende Sachen ausgeben. 

Eine Tatsache, die mich wirklich überraschte, war, dass das Ausleihen eines Campervans in Australien und Neuseeland wesentlich günstiger ist als ein ganz normaler Personenwagen. Zudem reisten wir in beiden Ländern außerhalb der Hauptsaison und so gab es viele gute Angebote. Der Markt für Campervans ist extrem saisonabhängig und in der Nebensaison werden viele Campervans nicht gebucht und stehen traurig bei den Vermietern herum. Die Verleihfirmen wollen sie lieber unterwegs auf den Landstraßen haben.

So konnten wir in Australien mit einem großen und komfortablen Toyota Previa für 25$ pro Tag durch die Gegend düsen. Die Versicherung haben wir uns bereits von zu Hause aus abgeschlossen. Mehr dazu später! 

Man kann nicht sagen, dass ein Toyota Previa ein großer Campervan ist, aber als Auto ist er es. Wir hatten keinerlei Probleme zwei große Rucksäcke und mehrere kleinere und zu dem noch Antons Kinderwagen unterzubringen. Am Abend konnte man das Auto umwandeln in einen komfortablen Schlafplatz für zwei Erwachsene und ein Kleinkind. Perfekt für uns!

Ursprünglich hatten wir 19 Tage mit unserem Spaceship für unsere Tour von Brisbane bis Cooktown und zurück nach Cairns geplant. Aber ganze drei mal riefen wir bei der Verleihfirma an, um zu verlängern. Unser Spaceship Campervan war ein gutes und funktionierendes Heim für fünf Wochen. Am Abend klappten wir die Heckklappe nach oben und daran befestigten wir eine Zeltplane. Und schon war der Schlafplatz bereit!

Unterwegs entlang der Küste in Queensland, Australien, sahen wir des öfteren andere Reisende, die anscheinend nicht durch Recherche auf das selbe Ergebnis wie wir gekommen sind. Sie fuhren und übernachteten in einem Auto. Wir sahen sogar ein junges Paar in einem Hyundai Getz! Die günstigste Rate, die ich für so ein Auto finden konnte, war 69$ pro Tag! Ganz offensichtlich ist der Markt für Autos nicht der selbe.

In Südaustralien und in Neuseeland hatten wir wirklich Glück mit den Preisen für Campervans. In beiden Ländern hatten wir jeweils einen umgebauten Toyota Hiace. Mit dem extra hohen Dach war Platz oben ein weiteres Bett zu haben und dort konnte Anton liegen und schlafen. Laut Aussage von der Campervan Verleihfirma wäre dort auch Platz für zwei Kinder. Das ist richtig, ohne Probleme! Anton hatte am meisten Platz von uns allen. Auch wir Erwachsene konnten uns nicht beschweren. Schnell konnten die Sitzbänke und der Esstisch in der Kabine hinten in ein ordentliches Doppelbett verwandelt werden. Die Matratzen waren ein bisschen dünn, aber es ging schon!

Wir bezahlten ca. 30$ für einen Toyota Hiace und in Neuseeland war es unser festes Heim und Transportmittel für drei Monate.

Bei unserer Ankunft in USA war unser Campingleben vorbei. Natürlich gibt es hier auch Campingplätze und Campervans. Aber das kleinste Wohnmobil war wesentlich größer als ein Toyota Hiace und auf so ein großes Schiff hatten wir keine Lust. Einige der Anbieter aus Neuseeland und Australien bieten auch Toyota Previa Campervans in den USA an, aber wir kamen genau im Winter an. Wir wussten genau, dass das nichts für uns ist. 

Stattdessen wurde es ein normales Auto, ein Ford Fusion. Ein amerikanischer Ford Fusion! Das entspricht einem großen Mondeo. Statt Campingplätzen wurde es Übernachtungen in Hotels und bei Freunden.

Was ein Ford Fusion nicht an Geräumigkeit innen bietet, macht er wett mit Komfort. Das war ungewohnt für uns! Ein Campervan ist dazu ausgerichtet, um durch die Gegend zu kutschieren, aber soll gleichzeitig noch als Heim mit all den dazugehörigen Annehmlichkeiten dienen. Da muss natürlich an einigen Stellen auf Kompromisse eingegangen werden. Weder in unseren  Previa noch im Hiace Campervan war es unangenehm zu fahren, aber sie konnten es lange nicht mit dem Sitzkomfort eines amerikanischen Ford Fusion aufnehmen. Obwohl wir nur in einem gewöhnlichen Auto fuhren, war der Kofferraum gross genug um alles unterzubringen. Etwas ist auch auf dem Rücksitz gelandet.

Wie wir im Osten von den USA angekommen sind, haben wir uns ein Auto mit einem höheren Spaßfaktor gegönnt. Nur so ein bisschen mehr Spaß! Wir haben mit einem Ford Edge gerechnet, aber zu Antons großer Enttäuschung war keiner verfügbar, als wir an einem kalten und verschneiten Abend im Januar in Washington ankamen. Stattdessen wurde es ein genauso toller Toyota RAV4, mit dem wir 20 Tage unterwegs waren. Mit mehr Beinfreiheit als wir jemals hatten und mit einigen mehr PS, die ausgefahren werden wollten. Ein Allrad hat sich als perfekt für die winterkalten Wetterverhältnisse an der amerikanischen Ostküste erwiesen. Wir kamen in Schneestürme und Glatteis. Gar nicht auszudenken, wie es in einem Campervan gewesen wäre!

In Irland wurde es ein Ford Focus, ein europäischer! Zum Glück haben wir Antons Kinderwagen der Wohlfahrt geschenkt. So hatten wir nur unsere Rucksäcke und eine große Tasche mit dem in den USA gekauften Spielzeug und anderem Kram, den wir nicht widerstehen konnten. Der Focus war sehr gut bepackt, aber es war schon erstaunlich wieviel wir unterbrachten. Schnell gewöhnte ich mich wieder daran auf der linken Seite zu fahren. Während unseren gesamten Reise fuhr ich nur in den USA auf der rechten Seite, sonst nur Linksverkehr. Aber die Umstellung ging schnell. Tatsächlich fiel es mir schwer mich wieder an den Rechtsverkehr auf dem Festland in Europa zu gewöhnen. 

In England blieben wir fast die ganze Zeit bei unseren Familie in London, aber zwei Mal brachen wir zu Ausflügen auf, nach Schottland und Südengland. Das erste Auto war ein funkelnagelneuer Fiat 500 und wie ich von der Verleihfirma losfuhr, hatte er nur 100 km auf dem Tacho. Cool, oder!? Das meiste unseres Gepäck konnten wir bei unserer Familie in London lassen und hatten nur einen Rucksack für Kleidung für eine Woche mit. In dieser Hinsicht haben wir viel während unserer Reise als Rucksacktouristen gelernt. Jetzt können wir darüber lachen, da wir uns nie hätten vorstellen können zu dritt nur mit einem Rucksack zu verreisen. Mittlerweile ist das überhaupt kein Problem mehr!

Der Fiat war auch ein Traum zum Fahren. Klein, schick und absoluter Fahrspass! Ein bisschen erinnerte er mich an meinem super tollen Alfa Romeo 147, den ich vor vielen Jahren besaß. Das war das beste Auto, das ich je hatte und ich genoss jeden Kilometer, den ich damit zurücklegte. Mit dem Fiat hatte ich genau so viel Spaß! Und das obwohl ich 1,96m groß bin und lange Beine habe. Bei der Verleihfirma wurde ich mit großen Auge von oben bis unten betrachtet und sofort wurde mir ein größeres Auto angebotenen. Nein, es sollte ein Fiat 500 sein! Wir wollten ihn unbedingt testen, da wir ihn uns gut als zukünftiges Auto zu Hause vorstellen konnten. Diesen Test hat der Fiat 500 bestanden! Es gibt genügend Beinfreiheit, auch für große Jungs. Wir hatten zudem noch die Sportversion mit all den genialen Extras. Lederlenkrad und ähnliches! Im Vergleich zu all den anderen Autos während unserer Reise waren die Sitze sehr bequem. Nur der Ford Fusion kann in dieser Kategorie mithalten.

Das letzte Auto auf unserer Tour wurde ein ebenfalls nagelneuer Peugeot 208. Wir waren wieder auf einen Fiat 500 eingestellt, aber die waren bereits alle vergeben. Der Peugeot bot viel mehr Platz, aber lange nicht das Fahrvergnügen. Sehr komfortabel, ohne Zweifel. Aber irgendwie sind die Gangschaltung und ich nicht wirklich Freunde geworden.

Zusammengerechnet hatten wir das Vergnügen mit acht unterschiedlichen fahrbaren Untersätzen unterwegs zu sein. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile. Mit Campervans kann man gut durch die Gegend reisen, aber ihr Hauptaugenmerk liegt nicht auf der Fahrfreude. Wenn man auf das Wert legt, dann sollte man sich ein Auto ausleihen und in Hostels oder Hotels übernachten.  

Für mich hatte der Fiat 500 den größten Spaßfaktor! Es war ein reines Vergnügen! Natürlich hat auch er seine Grenzen, vor allem wenn man von oben bis unten vollgepackt ist. Und der schnellste ist er auch nicht auf der Straße. Dafür super für die kleinen schottischen Landstraßen und es ist einfach einen Parkplatz in den kleinen und schmalen Straße in den Dörfern auf dem Land zu finden.  

Meine Schlussfolgerung lautet: Alles zu seiner Zeit! Unsere Autos erfüllten alle ihren Zweck und passten zum jeweiligen Reiseabschnitt. Ein guter Rat zum Abschluss: Generell immer vorher gut recherchieren, bevor man irgendetwas unterschreibt. Besonders die Regeln und Gesetze unterscheiden sich von Land zu Land sehr. In unserer Reiseversicherung Premium Coveragewar auch das Ausleihen von Autos im Ausland abgedeckt. In Irland haben sie sich quer gestellt und wir mussten eine lokale Versicherung abschließen. Ansonsten hätten wir nicht den Autoschlüssel ausgehändigt bekommen. Somit haben sich unsere tägliches Kosten verdoppelt. 

Sowas kann schnell passieren. Wenn man nicht aufpasst, wird einem ein Vermögen für Versicherung abgeknöpft. Es macht garantiert Sinn eine abzuschließen, aber wenn man im vornherein dafür gesorgt hat, ist es nur eine Verschwendung. Die Verkäufer der Verleihfirmen kennen alle Tricks und Argumente. So kann schnell ein fahrbarer Untersatz teuer werden, vor allem wenn man lange Zeit unterwegs ist. Wir hätten uns sonst nicht in Neuseeland einen Campervan leisten können, da er mit der lokalen Versicherung dreimal so viel gekostet hätte. Das kann man machen, wenn es sich nur um eine Woche gehandelt hätte, aber drei Monate ist es etwas anderes.

Ein guter Tipp ist es ohne das Gepäck das Auto abzuholen. Die Verkäufer werfen nur einen Blick auf die Berge von Taschen und wollen einem sofort ein größeres Auto andrehen. Natürlich nicht ohne Extrakosten. Jedes Mal wenn ich alleine und ohne Gepäck ein Auto abholte, musste ich am wenigsten argumentieren. Auch wenn man als Familie unterwegs ist, müde nach einem langen Flug, so sollte man versuchen, dass nur einer am Flughafen das Auto abholt. Man sollte auch versuchen auf keine Angebote einzugehen, sie bestimmt, aber höflich aber ablehnen. Navi und Kindersitz sind meist billiger zu kaufen, als auszuleihen, wenn man lange Zeit auf Tour ist. Viele Verleihfirmen haben einen festen Tagessatz und wenn man viele Wochen ein Auto leiht, dann ist dieser Betrag lächerlich. Uns wurde z.B. Ein Kinderstuhl für 700$ für fünf Wochen angeboten. Der günstigste Kindersitz lag bei 80$. Wir leisteten uns ein etwas besseres Modell und kauften einen zu 120$ im nächsten Baby Ausstattungsgeschäft. Wir erhielten ein ähnliches gutes Angebot für ein Navi: “nur” 56$ bei der Verleihfirma pro Woche, im Geschäft 100$.

In Australien hatte man eine andere Handhabung. Bis zu einer gewissen Leihdauer gab es einen festen Tagespreis. Für ein Navi für unser Spaceship bezahlten wir insgesamt 40$ und Antons Kindersitz war umsonst!

 

/Anders

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