Schon seit einer langen Zeit habe ich eine grosse Schwäche für Irland. Es begann bereits 1996 mit einer 14 tägigen Tour mit meinen Freunden aus der Hotelbranche. Eines Morgens bei einem Frühstück nach einer Nachtschicht kamen wir auf die glorreiche Idee zusammen in den Urlaub zu fahren. Einer aus unserer Gruppe, Ken, ist zufälligerweise Ire und so war es naheliegend, dass wir in sein Heimatland reisen sollten. Schnell war die Reise organisiert und sechs von uns reisten nach Dublin. Der Spass begann bereits am Flughafen in München. Wir erkundeten Dublin, machten einen Bootstrip auf dem Shannon, reisten nach Galway, in die Connemara und zu den Cliffs of Moher. Ich hatte mich verliebt! Das Interesse wurde bei mir noch grösser, als uns Ken in seiner alten Universität herumführte, wo er Tourismus studierte. Genau wie ich zu diesem Zeitpunkt. Ich studierte Tourismus an der Fachhochschule in München. Nach dieser Reise beschloss ich, dass ich zu einem Erasmus Semester nach Irland wollte. Das tat ich dann auch und darüber hinaus hängte ich auch noch ein Praxissemester in einem Hotel daran. Bereits am ersten Tag in Waterfords College traf ich zufälligerweise ein Mädl aus München und noch dazu von meiner FH. Zusammen besuchten wir auch die Vorlesungen der kleinen Tourismusgruppe und wurden richtig gute Freundinnen. Mit ihr reiste ich über die ganze Insel und wir genossen unser entspanntes Studentenleben mit so vielen anderen ausländischen Studenten. Ich hatte Glück so eine Freundin zu haben, die die selbe entspannte Einstellung zum Studium, Reisen und Geniessen hatte.  

Neben dem Studentenleben gewann ich auch einen kleinen Einblick in das Arbeitsleben in Irland. Die Iren haben ein sehr entspanntes Verhältnis zum Arbeiten. Sie gehören zu der Kategorie der “laid back” Menschen. Das heisst, wenn es ihnen nicht so gut geht (wie z.B. wenn sie einen Kater haben), kann es gut sein, dass sie einfach zu Hause bleiben. Eine ganz andere Arbeitseinstellung als meine deutsche. Das war das erste Mal, dass ich mir so richtig um mein “Deutschsein” bewusst wurde, mit allen Vor- und Nachteilen.  

Ich wurde ein grosser Fan der grünen Landschaft, der Berge und Tälern. Hügelig! Gras! Diese spezielle grüne Farbe, die eine beruhigende Wirkung auf mich hatte und immer noch hat. Die vielen Schafe! Weisse Schaffe mit schwarzen Beinen, die fast so aussehen, als hätten sie schwarze Socken an! Neben der faszinierenden Natur kann man auch viele historische Gebäude, Schlösser und Klöster erkunden. Einige nur noch Ruinen, die aus der Landschaft herausragen, andere dagegen renoviert. Grau auf grünen Hintergrund! Die Kontraste kommen noch klarer zum Vorschein bei Sonnenschein und mehr mystisch bei Regen! 

Dann gefielen mir natürlich auch die Iren selber und deren witziger Akzent. Aber noch mehr deren entspannte Einstellung zum Leben! 

Anscheinend habe ich Anders mit meiner Begeisterung angesteckt und er wurde selber neugierig auf dieses Land. Wir waren bereits zweimal hier! Und jetzt sind wir schon wieder zurück! Ein weiteres Mal! 

Irland bot sich ideal als Abschluss für unsere Reise rund um die Welt an. Unser erster Stop auf unserer Rückreise nach Europa. Nicht nur aus praktischen Gründen, sondern vor allem wegen der guten Erinnerungen an die Insel. Wir besuchen auch gerne wieder uns bekannte Orte und Länder. Damit will ich nicht sagen, dass wir Angst vor dem Fremden haben. Ganz im Gegenteil! Unser letzter Besuch ist schon lange her. Diesmal ist alles anderes! Wir reisen als Familie - als grosse Familie, aufgrund unseres Familientreffens! Zu einem Zeitpunkt waren wir fünf Erwachsene und drei Kinder! Ganz automatisch ändert sich somit das Reisetempo und ganz allgemein die Art und Weise der Reise. Wir haben viel über die Dynamik so einer Gruppenzusammensetzung gelernt. Wir sind noch immer Eltern im Training! Wir haben viele neue Sachen gelernt!

Obwohl wir dieses Mal nicht so wirklich Glück mit dem Wetter hatten, es regnete fast jeden Tag inklusive Schnee und Sturm, bin ich immer noch ein grosser Fan von Irland und ich bin davon überzeugt, dass wir wieder zurückkommen werden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob meine Schwester und Mutter diese Begeisterung teilen können!

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/Alexandra

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