Mit welchen Vorstellungen sind wir eigentlich nach München zurückgekehrt? Mit vielen! Aber wie sieht die Wirklichkeit nach nur vier Wochen aus? Wir haben bereits von anderen Reisenden gehört, dass es schwer sein kann, sich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Aber diese Eingewöhnungsphase hatte ich noch nicht. Die Wirklichkeit hat mich schon viel eher eingeholt. Dies geschah bereits auf unseren Weg zurück nach Europa, genauer gesagt in Irland. Dort trafen wir uns mit meiner Familie. Das darf man jetzt nicht missverstehen! Natürlich war es wunderbar meine Mutter, meine Schwester mit ihren zwei süssen Jungen wiederzusehen, einen davon zum allerersten Mal. Zum ersten Mal wurde ich wieder mit meinem “alten” Leben konfrontiert. Im voraus hatte ich schon eine Befürchtung, dass ich mich in meine alte Rolle drängen lassen würde. Zum ersten Mal sollte ich mich zu unseren Zukunftsplänen äussern und auch eine neuere Version von mir selbst zeigen. Auf so einer langen Reise hat man wirklich die Möglichkeit sich zu entwickeln und sich selbst besser kennenzulernen. Die anderen sollten auch die nötige Zeit und Möglichkeit haben, die neue Alexandra selber zu sehen und zu erleben. Glücklicherweise ist diese Phase überstanden und das Wichtigste ist, dass Anders und ich uns einig sind, wie unsere Zukunft aussehen soll. Es liegt alleine an uns, es umzusetzen.

Was jetzt? Wie sieht unser Leben in München aus? Haben wir schon so etwas, was einer normalen Routine ähnelt? Nein, das haben wir noch nicht. Nur ein bisschen! Dazu war noch nicht Zeit! Besuche von der Familie und ein kleiner Ausflug nach Würzburg. (Hier kann man mehr über meine Reisepläne lesen). Irgendwie sind wir immer noch auf einen Ferienmodus. Aber ganz langsam ändert sich alles. Ich hatte schon einige Tage, an denen ich an meinem deutschen Lebenslauf arbeiten und mit der Jobsuche beginnen konnte. Ich bin davon überzeugt, dass ich eine spannende Arbeit finden werde, während Anton in den Kindergarten geht und Anders sich um die praktischen Dinge des Alltags kümmert. 

Ich habe bereits über meine Erwartungen zu unserer Rückkehr nach München geschrieben und einer der wichtigsten Dinge war, dass ich wieder meine eigenes Kopfkissen habe. Ich muss gestehen, dass es einfach wunderbar ist, es wieder zu haben, in meinem Bett mit meiner eigenen Decke zu schlafen. 

Ich war sowas von meiner riesigen Kleidungsauswahl überwältigt! Der Wahnsinn! Ich habe vergessen, dass ich so viele Klamotten habe. Nicht nur gibt es eine grosse Schuhauswahl, auch viele T-Shirts in allen Farben und Formen. Hosen....aber diese können mich momentan noch nicht glücklich machen. Ja, und da wären sie wieder: die Probleme! In Form von zu vielen Kilos auf den Hüften! Natürlich ist das nicht meine Schuld! Das war das Essen in den USA! Meine Auswahl bliebt also weiterhin auf meine zwei Reisejeans beschränkt. Allerdings habe ich schon wieder mit dem Sport begonnen. Ich versuche drei Mal die Woche Laufen zu gehen. Bereits nach der kurzen Zeit kann ich sehen, dass meine Kondition zurückkommt. Dann hilft es auch, dass ich wieder Radfahre. Ich habe wirklich mein Rad vermisst! Aber dem nicht genug, ich habe auch ein besonderes Training probiert, bei dem man wie eine Wurst eingepackt und verkabelt wird. Diese Kabel senden Impulse zu den Muskeln, die sich dann zusammenziehen. So muss man nur 25 Minuten trainieren. Das nennt man EMS (Electrical Muscle Stimulation). Ich wäre nie auf die Idee gekommen so eine Art von Sport zu betreiben. Aber glücklicherweise kenne ich jemanden, der so ein 25 Minutes Studio betreibt. Iris, die Besitzerin, hat sich meiner angenommen und hat mit mir die ersten Trainings absolviert. Ich war zu den ersten Trainingseinheiten und es wird sich noch herausstellen, ob es wirkt. Darüber hinaus essen wir auch wieder gesünder, auch wenn es uns schwer fällt, nein zu Bier und Obatzn zu sagen. Es ist schliesslich Biergarten Saison! Aber dafür radln wir auch dorthin!

Wir haben es in der kurzen Zeit geschafft einige Freunde zu treffen. Das war ein bisschen merkwürdig: es war so, als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Wir fühlen uns wohl in München! Aber die Reise ist noch nicht zu Ende!

/Alexandra

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