Nur noch kurze Zeit, dann geht es zurück nach München. Hier beginnt ein neues Leben für uns alle als Familie. Während wir in Kopenhagen wohnten, waren wir hier immer nur zum Urlaub und richtig gelebt haben wir drei hier noch nie. Jetzt heisst es ein ganz normales Leben mit Arbeit, Kindergarten und den ganz gewöhnlichen Routinen aufzubauen. Das wird garantiert spannend und ich blicke dem mit gemischten Gefühlen entgegen.  

Es gibt einige ganz banale Gründe, dass ich mich auf unsere Heimkehr freue. Wie zum Beispiel auf mein Kopfkissen. Wenn es nicht eine spezielle Form oder Beschaffenheit hat, bekomme ich Kopfschmerzen. Wenn man einen schönen Tag mit einer ausgeglichenen Alexandra voller Energie haben möchte, dann soll sie gerne gut und lange geschlafen haben. Nun ja, so lange, wie man halt mit einem kleinen Jungen schlafen kann!

Nach einem Jahr auf Reisen mit nur einen Rucksack voller praktischer Klamotten für eine Woche wird es ein absolutes Vergnügen sein, meinen Schrank mit einer grösseren Auswahl zu öffnen. Nur der Gedanken alleine an all die Schuhe, die dort warten! Nicht nur die beschränkte Auswahl, ob es Wanderschuhe, Turnschuhe oder Flip-flops sein sollen! Nein, da stehen Stiefletten, Stiefel, Ballerinas und hohe Schuhe parat. Dann auch noch passende Taschen und Tücher. Ein Paradies! Ein komplett durchdachtes zusammengestelltes Outfit mit dazu abgestimmten Accessoires! Wow! Ich kann es kaum erwarten mich so Anders zu präsentieren. Er wird mich nicht wiedererkennen! Ich will gerne ausgeführt und vorgeführt werden!

Zurück in München haben wir auch die Möglichkeit auszugehen. Anton kann bei seiner Oma übernachten. Wir haben dann Zeit füreinander! Zeit sich nur auf uns selber zu konzentrieren und sich um unsere Beziehung zu kümmern. Unsere Beziehung hat ein bisschen gelitten, da wir sie nicht ganz im Fokus hatten. Das ist aber ganz alleine unsere eigene Schuld. Reisen als Familie über eine längere Zeit, wie es wir gemacht haben, da ist es manchmal schwer Zeit für sich selber und für seinen Partner zu finden. 

Ich werde dann auch Zeit nur für mich alleine haben, um zur Ruhe zu kommen und meine Geduld wiederzufinden. Diese habe ich ein bisschen verloren, nachdem wir in Europa gelandet sind. Schlafmangel kann ein guter Grund dafür sein. Wenn man gerne ein bisschen Zeit für sich selber haben möchte, dann geschieht dies meist am Abend und somit bleibt man länger wach. Mit dem Ergebnis, dass man am nächsten Tag müde ist. Ein Teufelskreis! Und wenn man müde ist, dann kompensiert man das gerne mit mehr Essen und das Ergebnis kennen wir auch nur allzu gut!

Wir müssen auch erst mal die ganze Reise mit all den Eindrücken verdauen. Alleine nur der Gedanke daran, dass wir tatsächlich auf Reisen waren, ist noch immer eine bisschen merkwürdige Vorstellung. Wir haben es einfach gewagt und haben unseren Traum realisiert. Dieser Teil des Abenteuers ist nun bald vorbei. Aber ein neues liegt vor uns in München. 

Wir haben viel während dieser Reise gelernt. Zuallererst, dass wir gerne miteinander reisen (das ist keine Selbstverständlichkeit), auch über eine längere Zeit, aber wir wollen es nicht ohne Ende machen. Wir haben schon ganz gerne unsere Basis. Diese heisst nun München. Ob es dabei bleibt kann man niemals wissen. Wir haben so viele Dinge gelernt, die wir gerne mit in unseren Alltag nehmen wollen. Es geht dabei nicht um die grossen weltbewegenden Veränderungen. Nur einfach sich noch bewusster und gesünder zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Wieder mehr Sport zu machen und sich wohl im eigen Körper zu fühlen. Und dann haben wir noch immer unsere kleine Herausforderung unsere Kommunikation weiterhin zu verbessern. 

Ja, ich freue mich wieder in meine Heimatstadt und schönste Stadt in Deutschland, München heim zu kehren, nachdem ich sechs Jahre in Kopenhagen und ein Jahr auf Reisen war. Zeit für meine Familie und alte Freunde zu haben. Zeit, um an der Isar spazieren zu gehen und München als Familie neu zu entdecken. 

/Alexandra

Comment