Während wir so durch die sehr interessante und abwechslungsreiche Landschaft fahren, hat man Zeit sich viele und sogar manchmal tiefer gehende Gedanken zu machen. Das Ganze wird noch mit Musik untermalt, die zur jeweiligen Gelegenheit passt. Dafür sorgt  Anders mit seiner grossen Musiksammlung oder einen Podcast, der uns Anregung gibt uns zu vielen unterschiedlichen Themen zu unterhalten. Meine neuste Idee ist es mich mehr im schriftlichen Dänisch zu üben, daher habe ich beschlossen jede Woche ein bisschen was zu schreiben. Sonst vergesse ich alles, selbst wenn ich es jeden Tag höre, wenn Anders und Anton sich unterhalten. Darüber hinaus übersetze ich auch Anders’ Blogs von dänisch auf deutsch. Das geht ja auch ganz gut, denke ich zu mindestens. 

Am Anfang war Anders nicht ganz zufrieden. Seine künstlerische Seele fühlte sich verletzt, da ich nicht ganz seine Wortwahl traf und einige seiner beschreibenden Sätze nicht genügend ausschmückte. Aber dazu muss man sagen, dass deutsch einfach härter klingt und ich es selber bevorzuge die Dinge kürzer zu sagen. Inzwischen kann ich seinen Schreibstil besser verstehen und habe ich meine eigene Arbeitsmethode geändert und übersetze jetzt freier. Manchmal fühle ich mich in meine Schulzeit in der Studieskole zurückversetzt, wo wir auch regelmässig schriftliche Aufgaben abliefern mussten. Meinerseits mit mehr oder weniger Erfolg! Ich muss eingestehen, dass ich immer noch nicht der grosse Held der dänischen Sprache bin. Dabei hilft es auch nicht wirklich, wenn man faul ist und die Faszination für diese Sprache nicht besonders ausgeprägt ist. Das liegt daran, dass es für einen Deutschen ziemlich leicht ist dänisch zu lernen, so bald man die ersten Anfangsschwierigkeiten überwunden hat. Wie produziert man den richtigen Druck und Betonung, vergisst alles was Satzmelodie bedeutet oder viel zu sehr den Mund öffnet. Ich habe einmal gehört, dass 70% der dänischen Sprache ihren Ursprung in der deutschen hat. Und alle auch in Dänemark kennen den Satz "Ordnung muss sein" - das waren noch gute Zeiten, wie am königlichen Hofe noch auf deutsch kommuniziert wurde.  

Es ist viel leichter eine Sprache zu lernen, wenn man noch Kind ist, so wie Anton und er wächst gleich mit zwei auf. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie er von der einen in die andere Sprache wechseln kann. Oft benutzt er ein deutsches Wort in einer dänischen Unterhaltung. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Anders und ich zusammen deutsch sprechen. Eine “alte” Gewohnheit! Seit Anders 2005 nach München umzog, wechselten wir vom Englischen in das Deutsche. Da war ich sehr streng mit ihm, mit dem Ergebnis, dass Anders jetzt perfekt deutsch spricht.  

All die sechs Jahre, die wir in Kopenhagen wohnten, haben wir es nie richtig geschafft zu Hause dänisch zu sprechen. Für mich war es sehr angenehm meine eigene kleine deutsche Insel zu habe. Der Nachteil ist natürlich, dass ich nie so gut in dänisch geworden bin, wie ich es eigentlich hätte sein können. Die grosse Ambition war auch nicht vorhanden, da ich alles verstand, mich auf dänisch ausdrücken konnte und ich werde auch nie meinen deutschen Akzent verlieren. Auch werde ich nie eine Dänin werden. Ich bin ganz zufrieden eine Deutsche zu sein mit all den Vorurteilen, die bestehen. Der einzige Unterschied zu den meisten Deutschen ist, dass ich versuche dänisch zu sprechen und mich darin übe den dänischen Humor zu verstehen! ;-) Ich arbeite jeden Tag daran....

/Alexandra

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