5 Fragen, die man sich vor einer langen Reise stellen sollte!

Viele sitzen tagtäglich in ihrem Büro und träumen sich weg an feine Sandstrände, schneebedeckte Berge oder weite Ozeane. Die tägliche Tretmühle nimmt uns gefangen. Wir verlieren über alltäglichen Kram, wie Rechnungen bezahlen, zu Hause alles zu organisieren und all die anderen Verpflichtungen den Überblick und vergessen die elementaren und wichtigen Dinge des Lebens. Wir jagen nach der nächsten Beförderung, dem nächsten Firmenwagen und den nächsten Anbau am Haus.

Ich kenne dies nur allzu gut! Been there, done that!

Wie so viele andere moderne, erwachsene und verantwortungsvolle Menschen haben wir alles gemacht, was manso tun sollte. Aber langsam schlich sich bei uns der Gedanke ein, dass dieses Alltagsleben nicht mehr so viel Sinn und Spaß machte. 

Bei einem Spaziergang im Botanischen Garten in Kopenhagen sprachen wir lange darüber, dass sich etwas an unserem Leben ändern muss. So kamen wir auf die Idee unsere Wohnung zu verkaufen, unsere Jobs zu kündigen und den Schritt in das Ungewisse zu wagen. Dieser Beschluss war eine Erleichterung! Je weiter unsere Planung der Reise voranschritt, desto richtiger fühlte sich unsere Entscheidung an. Natürlich muss man sich über viele Sachen vor der Abreise klar werden. Selbst wenn es toll und fantastisch klingt, so schleicht sich auch ein Alltag auf einer langen Reise ein und nicht jede Familie ist für ein Leben aus dem Rucksack geschaffen.

Diese 5 wichtigen Fragen sollen helfen sich mentalauf eine längere Reise vorzubereiten:

1. Welche Erwartungen hat man an eine längere Reise? Zwei Wochen in der Türkei mit der Familie kann jeder "aushalten". Es ist nur ein begrenzter Zeitraum mit Qualitätszeit mit der Familie. Die Kinder lieben es im Strand zu spielen und die Eltern können sich ein wenig unter dem Sonnenschirm entspannen. Das klingt doch gut, oder?! Aber es ist ganz was anderes, wenn man 4, 8 oder 16 Wochen als Familie reist. Daher ist es wichtig, dass man klar und deutlich darüber spricht, was jeder für sich erwartet. Will man in die Berge zum Wandern? Will man Tauchen am Korallenriff? Oder will man mehr das Kulturelle auf einer Reise durch das antike Italien erforschen? Uns ist es viele Male passiert, dass wir nicht ganz einig waren, da wir davon ausgingen, dass wir genau wussten, was der andere will. Redet miteinander! Kommunikation ist wichtiger als alles andere im Koffer. Und daran denken, dass alte Gewohnheitsmuster mitreisen! Wenn man schon zu Hause schlecht miteinander kommuniziert hat, dann ist es wahrscheinlich, dass man es auch während der Reise macht. Stellt Euch der Herausforderung und verbessert Eurer Kommunikation schon vor der Abreise! 

2. Was würde man alles auf sich nehmen, um seinen Traum zu verwirklichen? Das alte Sprichwort: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!", passt gut an dieser Stelle. Wenn es so einfach wäre alles zusammenzupacken und auf eine Traumreise zu gehen, dann wären alle die ganze Zeit unterwegs. Man muss sich klar werden, was man will und dementsprechend priorisieren. Nur als Millionär muss man sich vielleicht darüber keine Gedanken machen. Ich für meinen Teil hatten einen Job, an dem mein Herz nicht hing und Alexandra versuchte lange ohne Glück eine feste Anstellung in Kopenhagen zu bekommen. Somit mussten wir auf unsere Karrieren keine Rücksicht nehmen. Das vorherige Jahr hatten wir erst eine Wohnung gekauft, die wir mit Gewinn verkaufen konnten. Obwohl Anton sich sehr wohl in seiner Kinderkrippe fühlte, so wussten wir, dass er, wie so viele gleichaltrige Kinder, sich geborgen und geliebt fühlt, so lange er mit seinem Vater und seiner Mutter zusammen ist. Eine große Verunsicherung war natürlich die Frage, was wir nach der Reise machen sollten. Zu was kehren wir zurück? Siehe letzter Punkt. Glücklicherweise war die Lust etwas in der großen weiten Welt zu erleben und zu erforschen größer, als zu Hause in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Die letzten Jahre hat uns genau dies abgehalten, oder wir haben es nicht als einschränkend empfunden. Sobald wir die Entscheidung getroffen hatten, wurde eine Last von unseren Schultern genommen. Was bei unserer Rückkehr passieren sollte, dazu wollten wir uns zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken machen und uns auf unser Bauchgefühl verlassen. Alexandra formulierte es so: Es wird schwierig eine lange und teuere Reise zu genießen und in der Gegenwart zu leben, wenn man sich ständig Gedanken über die Heimreise macht!Wir verließen uns darauf, dass sich schon alles finden wird. So ist es auch eingetroffen! Wenn man sich nur besser und sicherer fühlt, wenn man im vornherein genau weiß zu was man zurückkehrt, dann sollte man sich besonders zu diesem Thema vorbereiten.

3. Sind die eigenen Kinder überhaupt aus dem richtigen Material gestrickt für so eine Reise? Das Familienleben ist meist so hektisch, dass es vielen Familien nicht gelingt sich zwischen den Ferien gut kennenzulernen. Die vielen kleinen Charakterzüge, die einem verborgen bleiben! Daher kann es schwer zu beurteilen sein, ob das eigene Kind ein guter Reisekamerad für eine lange Reise ist. Eine Reise fordert Bereitschaft sich auf neue Umgebungen, unvorhersehbare und nicht unbedeutende mentale und physische Anstrengungen einzustellen. Wir haben versucht Anton mit Gesprächen auf unsere Reise vorzubereiten und er hat sich sehr gefreut. Aber ganz hat er nicht verstanden, was der Begriff "Welt" bedeutet und wie groß sie ist und was andere "Kulturen" sind. Das sollte er auf der Reise lernen. Von klein an war Anton es gewohnt zu reisen. Als er sechs Wochen alt war, flog er zum ersten Mal. Irgendwo habe ich mal gelesen,coole Eltern bekommen coole Kinder. So versuchen wir immer cool und gelassen zu wirken, wenn wir am Flughafen sind, damit Anton nicht merkt, wie gestresst wir eigentlich sind. Das kann ein Grund sein, dass er so gerne fliegt und den Geräuschpegel am Flughafen liebt. Man sollte seine Kinder immer gut vorbereiten. Größere Kinder kann man mehr in die konkrete Reisepläne einbeziehen, umso noch besser auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. 

4. Was soll die Reise bringen? Mehr als Qualitätszeit und viele Erlebnisse zusammen? Wir haben viele Nomadenfamiliengetroffen, die unendlich reisen. Das klingt exotisch! Zu Anfang unserer Reise hatte ich auch die Vorstellung, dass wir unterwegs herausfinden werden, das wir gar nicht mehr nach Hause wollen. Das war allerdings nicht der Fall! Das Gegenteil trat ein! Wir brauchen eine feste Basis, um so das Erlebte in die richtige Perspektive zu setzen. Im Laufe unserer Tour kristallisierte sich heraus, dass wir die Welt um uns am besten aufnehmen und verdauen können, wenn wir uns in unsere kleine Hölle zurückziehen können. Für andere ist es besser, wenn sie konstant in Bewegung sind. Andere wollen überhaupt nicht mehr zurück und brauchen keine feste Basis. Jeder ist anders! Es gibt kein richtig oder falsch! Egal was die Schlussfolgerung sein mag, das Ziel jeder Reise ist, dass man sich weiterentwickelt und man klüger über sich selbst und die Welt, die einem umgibt, wird. Nehmt Euch Zeit dazu darüber nachzudenken!

5. Was will man danach machen? Egal ob man 6,12 oder 18 Monate, oder sogar auf unbestimmte Zeit reist, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass man mal eine kürzere oder längere Pause braucht. Wir haben für uns festgestellt, dass es nicht gut ist, lange sich im vornherein sich mit diesem Gedanken zu beschäftigen. Wenn sich die Rückreise nähert oder sich eine gewisse Reisemüdigkeit einstellt (die meisten kennen diese), sollte man über seine Erwartungen über die erste Zeit nach der Rückkehr sprechen. Müssen die Kinder in die Schule oder Kindergarten? Muss der CV aktualisiert und der Arbeitsmarkt recherchiert werden? Sollte man wieder mit dem Netzwerken beginnen? Soll man eine Wohnung kaufen oder mieten? Es variiert individuell, wann man sich mit diesen Überlegungen auseinander setzen sollte. Eine wichtige Erkenntnis war, dass wir uns verändert hatten und als eine andere Familie zu Freunden und Verwandten zurückkehrt sind, als die die 12 Monate vorher losgezogen ist. Wir wollten nicht in das selbe Fahrwasser zurück und es dauerte eine Weile, bis sowohl wir als auch unsere Umgebung sich wieder aneinander gewöhnt hatten. Eigentlich ganz logisch, aber für uns war das trotzdem eine Überraschung, da wir nicht darauf eingestellt waren. 

Gute Reise! Wann geht es denn los?

 

/Anders

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